Win-Win-Situation für Lippe und Kanäle

Win-Win-Situation für Lippe und Kanäle

50 Jahre Wasserverband Westdeutsche Kanäle (WWK)

Die Lippe – von Bad Lippspringe bis Wesel erstreckt sich das zu Recht mit dem Titel „Flusslandschaft des Jahres“ gekrönte Gewässer durch NRW. Heute schaue ich mir den Abschnitt zwischen Hamm und der Mündung in den Rhein etwas genauer an. Was mich erstaunt: Gravierende Auswirkungen auf den Pegelstand hat die nun schon recht lang anhaltende Hitzeperiode wohl nicht – der Wasserstand scheint unverändert. Wie kann das sein, lesen wir doch nun regelmäßig von niedrigen Wasserständen und ausgetrockneten Seen…

Die Lippe und der Datteln-Hamm-Kanal verlaufen über mehrere Kilometer parallel zueinander. Foto: Hans Blossey/EGLV

Die Lippe und der Datteln-Hamm-Kanal verlaufen über mehrere Kilometer parallel zueinander. Foto: Hans Blossey/EGLV

Dass der Wasserpegel der Lippe innerhalb der letzten acht Wochen um nur 15 Zentimeter gesunken ist, ist keine Laune der Natur. Das vor genau 50 Jahren, also am 8. August 1968, zwischen dem Bund und dem Land NRW geschlossene Abkommen sorgt für die Verbesserung der Lippewasserführung, der Speisung der westdeutschen Kanäle mit Wasser und der Wasserversorgung aus ihnen. Der aus der Vereinbarung entstandene Wasserverband Westdeutsche Kanäle (WWK) – die Geschäftsführung liegt übrigens bei unserem Lippeverband – koordiniert diese Anreicherung der Lippe mit Wasser aus den Kanälen. Das funktioniert übrigens wechselseitig: Auch die Anreicherung der Kanäle mit Wasser aus der Lippe ist so sichergestellt. Es ist, wie man so schön sagt, eine Win-Win-Situation, ein Geben und Nehmen.

Die Wasserverteilungsanlage in Hamm sorgt für ausreichend Wasser in der Lippe und in den Schifffahrtskanälen. Foto: Hans Blossey/EGLV

Die Wasserverteilungsanlage in Hamm sorgt für ausreichend Wasser in der Lippe und in den Schifffahrtskanälen. Foto: Hans Blossey/EGLV

Denn sowohl die westdeutschen Kanäle als auch die Lippe profitieren davon: In Trockenzeiten, wenn die Mindestwasserführung von zehn Kubikmeter pro Sekunde unterschritten wird, pumpt der WWK Wasser von der Mündung bis nach Hamm. Über die Wasserverteilungsanlage in Hamm erhält die Lippe schließlich das Kanalwasser. In der Zeit von Ende Mai bis Ende Juli dieses Jahres waren das rund 10,5 Milliarden Liter Wasser – eine ziemliche Hausnummer! Führt die Lippe jedoch ausreichend Wasser, wird wiederum ein Teil des Überschusses in die Schifffahrtskanäle – Rhein-Herne-Kanal, Dortmund-Ems-Kanal, Datteln-Hamm-Kanal und Wesel-Datteln-Kanal – geleitet.

In Trockenzeiten wird in Hamm Kanalwasser in die Lippe geleitet. Foto: Klaus Baumers/EGLV

In Trockenzeiten wird in Hamm Kanalwasser in die Lippe geleitet. Foto: Klaus Baumers/EGLV

Schauen wir mal auf die Daten des vergangenen Jahres: 2017 versorgte die Lippe  die Schifffahrtskanäle an 259 Tagen mit insgesamt 173 Millionen Liter Wasser. An nur 100 Tagen hingegen floss Kanalwasser in die Lippe – insgesamt 15,83 Millionen Liter. Auf den ersten Blick ein Ungleichgewicht, auf den zweiten Blick ein Gleichgewicht für die Lippe: Der Wasserpegel bleibt konstant, was gerade für Tiere und Pflanzen gut ist… Tja, wie bereits gesagt: Es ist eben eine Win-Win-Situation!

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