Als die Zukunft an die Emscher kam

Als die Zukunft an die Emscher kam

Happy Birthday, Karl Ganser!

Heute wird Karl Ganser, ehemals Geschäftsführer der IBA (Internationalen Bauausstellung) Emscher Park, 80 Jahre alt. Und wir von der Emschergenossenschaft gratulieren einem der großen Vordenker unserer Region ganz herzlich! Die Menschen entlang der Emscher im nördlichen Ruhrgebiet haben ihm viel zu verdanken! Unsere künftige „blaue“ Emscher ist ein Stück weit auch sein Verdienst.

Besuch auf der Kläranlage Bottrop Ende der 1990er Jahre: Karl Ganser (ganz rechts) gemeinsam mit dem damaligen Landtagsabgeordneten Klaus Strehl, dem damaligen NRW-Umweltminister Klaus Matthiesen und dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jochen Stemplewski sowie weiteren Beteiligten.

Der Geograf und Städteplaner, am 15. September 1937 im schwäbischen Mindelheim geboren, war von 1980 bis 1989 im NRW-Ministerium für Landes- und Stadtentwicklung verantwortlich für Städtebau. Gemeinsam mit Christoph Zöpel, dem damals zuständigen Minister, initiierte er die IBA Emscher Park von 1989 bis 1999. Erstmalig wurde mit einer Bauausstellung die Umgestaltung von Landschaft und Architektur identitätsstiftend für eine ganze Region. Entstanden ist dabei  u.a. der knapp 500 km² große Emscher Landschaftspark, ein grüner Gürtel quer durch die gesamte Region, in deren Mitte die Emscher fließt.

Eines der sechs Leitthemen der IBA Emscher Park war damals, vor über  25 Jahren, der ökologische Umbau der Emscher. Der Deininghauser Bach in Castrop-Rauxel wurde zum „Role model“ für die ökologische Verbesserung der Emscher-Zuflüsse ausgewählt: Aus grau mach blau! Das Pilotprojekt wurde ein Erfolg und aus dem ehemaligen Schmuddelkind, das seine Abwasserfracht quer durch Castrop-Rauxel in den Landwehrbach und von dort aus in die Emscher führte,  ein naturnaher und l(i)ebenswerter Bach für seine Anwohner.

Der Deininghauser Bach in Castrop-Rauxel heute – Naherholungsgebiet vor der eigenen Haustür für die Anwohner (Foto: Rupert Oberhäuser)

Das Wirken der IBA Emscher Park und Karl Gansers setzte nicht nur regional und bundesweit, sondern weltweit Maßstäbe für den Umgang mit ehemaligen Industrieregionen und deren Relikten! Auch ich persönlich bin davon total fasziniert – seitdem es mich vor knapp 15 Jahren aus Bayern über Norddeutschland ins Ruhrgebiet verschlagen hat. Am liebsten entführe ich unsere Freunde oder Familie bei ihren Besuchen in das grüne Ruhrgebiet und bin selbst längst dem Charme „unserer“ Wahrzeichen entlang der Emscher wie Zeche Zollverein oder Landschaftspark Duisburg Nord erlegen.  Letzter ist mit der dort schon lange renaturierten Alten Emscher ein Paradebeispiel für einen erfolgreichen Strukturwandel auch im wasserwirtschaftlichen Sinne!

Die Alte Emscher im Landschaftspark Duisburg Nord (Foto: Klaus Baumers)

 

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