Bienenweide gegen Artensterben

Bienenweide gegen Artensterben

Landschaften an Emscher und Lippe insektenfreundlich gestalten.

Nahrung für viele Insekten – die Sonnenblumen unserer Bienenweide. Foto: Kai Kolodziej/EGLV

Die Sonnenblumen am Hof Emschermündung stehen jetzt in voller Blüte. Knallgelb leuchtend sind sie nicht nur ein freundlicher Empfang für die Gäste des Hof-Cafés. Vor allem sind sie hier – gemeinsam mit über 40 weiteren blühenden Wild- und Kulturpflanzenarten – eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Mit dieser „Bienenweide“ wollen wir ein Zeichen gegen das Insektensterben setzen. Auf 10.000 Quadratmetern wurde daher im Frühjahr eine insektenfreundliche Wiese eingesät. Jetzt tummeln sich Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Arten auf der Wiese. Die Anregung zur Umgestaltung der Fläche, die vorher ein intensiv genutzter Acker war, kam übrigens von unseren Hof-Kooperationspartnern NABU Wesel und Imkerverein Dinslaken.

Unser Hof Emschermündung aus der Luftperspektive. Eingesät wurde die angrenzende Blühwiese  von unserem Kooperationspartner Familie Fengels. Foto: Jörg Saborowski/EGLV

Maßnahmen gegen das Bienensterben
Diese Bienenweide auf unserem Hof in Dinslaken ist nur ein Beispiel dafür, was wir künftig gegen den drastischen Rückgang der Insekten unternehmen wollen. Als einer der großen Flächenbesitzer in NRW haben wir gute Voraussetzungen, um auf geeigneten Liegenschaften aktiv dem Artensterben entgegenzuwirken. Denn ohne Insekten keine Bestäubung unserer Obstbäume und wild wachsenden Pflanzen, damit kein Obst, keine Kräuter, kein Gemüse. Zudem sind Insekten wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere wie viele Vogelarten.

Mitten drin in der „Bienenweide“, einer Mischung aus heimischen Blühpflanzen. Foto: Kai Kolodziej/EGLV

Warum nicht ein blühender Deich?
Durch den Emscher-Umbau und die Umsetzung des Lippe-Programms wandeln sich unsere Gewässer. So können unsere Flächen entlang umgestalteter Bachläufe oder Deichstrecken zu einem Netz von grüner Infrastruktur mit einer insektenfreundlichen Landschaftsgestaltung werden. So gibt es auch alternative Arten der Deichbegrünung. Hier haben wir bereits vor einigen Jahren einige Flächen der Emscher-Deiche mit artenreichen, heimischen Saatmischungen mit hohem Blühanteil eingesät. Immer im Blick dabei die Deichsicherheit, die ganzjährig gewährleistet sein muss.

Honig von Emscher und Lippe
Nicht zu vergessen die erfolgreichen Imker-Kooperationen auf unseren drei Emscher-Höfen. Imker nutzen die Stellplätze für ihre Bienenkörbe und der gewonnene Honig begeistert als „Emscher-Gold“ nicht nur AnwohnerInnen, sondern als beliebtes „Mitbringsel“ auch Besucher der Emscher-Region. Die Nachfrage nach weiteren Stellplätzen für Bienenstöcke auf unseren Liegenschaften entlang Emscher und Lippe ist groß! Teilnahme-Projekte zur Anlage von insektenfreundlichen Wiesen, also Mitmach-Bienenweiden für engagierte Anwohner, Bürger oder Hobby-Imker sind ebenfalls vorstellbar. Denn das Ganze muss ja nicht immer gleich auf 10.000 Quadratmetern eingesät werden. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge freuen sich auch über kleinere Nahrungsquellen.

Wie gut, dass ich zu Hause mit Lavendel, Schmetterlingsbäumen und vielen heimischen Gewächsen bereits meine eigene Bienenweide vor der Tür habe … fühlt sich gut an, aktiv etwas gegen den Insektenschwund zu tun!

 

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