Dann fahren die Traktoren einfach durch den Fluss …

Dann fahren die Traktoren einfach durch den Fluss …

Die Lippe zwischen Datteln und Olfen wird bald ein naturnahes Gewässer sein! Aber bis es soweit ist, muss der Fluss einiges „wegstecken“ …

Donnerstag vergangener Woche an der Lippe bei „Haus Vogelsang“: Direkt am Ufer liegt ein dickes Stahlrohr. Ein Bagger rollt dicht heran und hievt mit seiner Schaufel das fünf Meter lange Rohr in den Fluss, legt es auf dem flachen Flussgrund ab. Es folgen weitere Rohre, die nebeneinander in die Lippe gepackt werden. Am Ende zieht sich eine ganze Reihe von Stahlrohren wie ein Damm quer durch die Lippe – eine solide Unterlage für eine „Fahrbahn“ aus Wasserbausteinen. Denn durch die offenen Rohre kann das Wasser weiter hindurchfließen, ohne dass der Fluss zu sehr aufgestaut wird.

Das dicke Stahlrohr liegt direkt am Ufer. Dann wird es mit der Baggerschaufel in den Fluss gehievt. Fotos: Markus Clausius/ Büro Fischer

Schwupps – im nächsten Moment liegt das Rohr auf dem Flussgrund. Rohr für Rohr folgt. Darauf wird der Damm aus Steinen errichtet.

Ein Damm aus Steinen für die Bodentransporte

Was hier nach viel Aufwand aussieht, ist der schnellste und einfachste Weg, rund 10.000 Kubikmeter Bodenaushub abzutransportieren. In wenigen Tagen werden Traktoren mit Anhänger über den Damm durch die Lippe fahren. Denn am nördlichen Lippeufer, wo das Material weggebaggert wird, gibt es an dieser Stelle keine Baustraße, während auf der Südseite der Lippe für den weiteren Transport eingespielte Routen vorhanden sind.

Der steinerne Damm unter dem Wasserspiegel ist schon zu sehen, darunter liegen die Stahlrohre. Foto: Michael Steinbach/EGLV

Natürlich ist eine Brücke aus Stahlrohren so ziemlich das Gegenteil von naturnah. Aber das ist nur vorübergehend. Spätestens Anfang Mai soll dieser Bauabschnitt bereits abgeschlossen sein.

Für die Entwicklung der Flussaue

Warum wir das machen? Der Boden wird im Uferbereich der Lippe abgetragen, damit die Aue wieder näher an den Fluss herankommt. Bei einem natürlichen Fluss liegen Gewässer und Aue auf nahezu gleicher Höhe, dadurch werden die ufernahen Flächen häufig überflutet, so dass sich dort eine ganz eigene, ökologisch wertvolle Tier- und Pflanzenwelt entwickelt.

Dörte Borchardt, Projektleiterin Lippeumgestaltung Haus Vogelsang  Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Unsere Projektleiterin für die „Fluss- und Auenentwicklung Lippe bei Haus Vogelsang“ ist Dörte Borchardt. Durch das Projekt verändert sich die Landschaft südlich und östlich des Gutshofes „Haus Vogelsang“ in raschem Tempo. Ende 2019 sollen 5 km Flussstrecke und 30 Hektar Flächen umgestaltet sein.

 

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