Dortmunds letzte „Köttelbecke“

Dortmunds letzte „Köttelbecke“

Auch der letzten Abwassereinleitung in Dortmund wird nun der Garaus gemacht.

Die Emschergenossenschaft arbeitet zurzeit eifrig an dem neuen unterirdischen Abwasserkanal parallel zum Nettebach, der das Gewässer vom Schmutzwasser befreien soll. An sich wäre das ja nichts Besonderes, zumal im Rahmen des Emscher-Umbaus in der gesamten Region Abwasserkanäle mit einer Gesamtlänge von rund 400 Kilometern entstehen. Doch der Nettebach ist die letzte Abwassereinleitung in die Emscher auf Dortmunder Stadtgebiet!

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Die renaturierte Emscher in Dortmund-Hörde, Foto: Gaby Lyko, EGLV.

Von der Quelle in Holzwickede bis zur Einmündung des Nettebachs zirka zwei Kilometer hinter der Kläranlage Dortmund-Deusen ist die Emscher bereits seit Anfang 2010 vom Abwasser befreit und in weiten Teilen auch bereits ökologisch verbessert – oder wie der Volksmund es sagt: „renaturiert“. In Stadtteilen wie u.a. Schüren, Aplerbeck oder Hörde erinnert nichts mehr an die Köttelbecken-Vergangenheit des nun zu neuem Leben erwachten Flusses.

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Der Nettebach in Dortmund – hier noch im Betokorsett. Foto: Markus Greulich, EGLV.

Nun wird mit dem Nettebach auch der letzten Dortmunder Köttelbecke der Garaus gemacht. Der künftig saubere Nettebach wird anschließend naturnah umgestaltet werden, so wie der Emscher-Oberlauf. Die aktuellen Arbeiten am Nettebach-System sind dabei in vier Bauabschnitte unterteilt. Der erste Bereich umfasst südlich von Westerfilde die Kanalbauarbeiten am Wideybach und am Mühlenbach, die zusammen dann den Nettebach bilden. Dieser Abschnitt ist bereits fertig gestellt.

Aktuell ist die Emschergenossenschaft im zweiten Bauabschnitt ab der Mündung von Wideybach und Mühlenbach bis zur Siedlung Obernette in Richtung der Emscher tätig. Dabei wird zurzeit ab dem Pumpwerk Nettebach entgegen der Fließrichtung der neue unterirdische Abwasserkanal parallel zum Nettebach gelegt. Im Bereich der Nettebach-Brücke an der Jungferntalstraße wird voraussichtlich Ende Oktober ein offener Kanalverbau notwendig, so dass es zu einer zirka achtwöchigen Sperrung der Brücke kommt. Eine Umleitung wird ausgewiesen werden.

Zeitgleich zu den Kanalverlegungen baut die Emschergenossenschaft in der Nähe des Schlosses Westhusen ein neues Schmutzwasserpumpwerk, das künftig (Inbetriebnahme: Sommer 2015) nur noch die Abwässer aus dem unterirdischen Kanal weiterbefördert. Das aktuell bestehende Pumpwerk wird für eine Übergangszeit das dann saubere Wasser aus dem Nettebach-Gewässer pumpen. Die Übergangszeit gilt bis zum Abschluss des Nettebach-Umbaus, denn im Zuge der ökologischen Umge-staltung des Gewässers sorgt die Emschergenossenschaft wieder für ein natürliches Gefälle des Ba-ches, so dass das alte Pumpwerk außer Betrieb genommen werden kann.

Der dritte Bauabschnitt ab der Siedlung Obernette bis in die Emscher bzw. in Richtung des neuen unterirdischen Abwasserkanals Emscher wird voraussichtlich Anfang 2015 starten. Der vierte Bauab-schnitt umfasst die Kanalbauarbeiten am nördlich gelegenen Zechengraben – hier geht es zirka Ende 2015 los.

Mit der Planung für den ökologischen Umbau („Renaturierung“) des Nettebachs wird die Emscherge-nossenschaft nach dem derzeitigen Stand im kommenden Jahr in die Genehmigungsphase gehen. Mit dem Start der naturnahen Umgestaltung der Nettebach-Flusslandschaft wäre ab 2017 zu rechnen.

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