Ein einzigartiges Bauwerk!

Ein einzigartiges Bauwerk!

Es vereint zahlreiche Funktionen…

Technik-Vorstand Dr. Emanuel Grün erklärt Dr. Uli Paetzel und Oberbürgermeister Frank Baranowski die Technik des Pumpwerks. (Foto: Ilias Abawi/EGLV)

Technik-Vorstand Dr. Emanuel Grün erklärt Dr. Uli Paetzel und Oberbürgermeister Frank Baranowski die Technik des Pumpwerks. (Foto: Ilias Abawi/EGLV)

Im Rahmen unseres Emscher-Umbaus ist am Hüller Bach in Gelsenkirchen-Bismarck ein ganz besonderes unterirdisches Bauwerk an der Grimbergstraße entstanden. In Form und Funktion ist es einzigartig: Es nimmt drei Stauraumkanäle auf und beinhaltet neben zwei Regenwasserbehandlungsanlagen auch drei (!) Pumpwerke. Am heutigen Montag wurde es von Dr. Uli Paetzel, unserem Vorstandsvorsitzenden, Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski und Dr. Emanuel Grün, unserem Technik-Vorstand, vorläufig eingeweiht. Vollständig in Betrieb wird es erst 2020 gehen, wenn das Gesamtsystem Abwasserkanal Emscher fertig ist!

Das neue Bauwerk (Kosten: 17,8 Millionen Euro) ist der Zielpunkt dreier Abwasserkanäle und eines Regenwasserkanals. Aber der Reihe nach:

1)
Der Abwasserkanal parallel zum Hüller Bach, gewissermaßen dessen „unterirdischer Zwilling“, ist insgesamt acht Kilometer lang (bei einem Innendurchmesser von bis zu 2,40 Metern). Wir bauen ihn entgegen der Fließrichtung ab der Mündung des Hüller Bachs in die Emscher in Richtung Süden. Ein Viertel des Sammlers, also genau zwei Kilometer, ist bereits fertig gestellt. Auch der insgesamt 1,85 Kilometer lange Vortrieb von km 2,00 bis km 3,85 ist abgeschlossen. Hier laufen zurzeit die Arbeiten an den einzelnen Schachtbauwerken. Die Aufträge für die weiteren Bauabschnitte von km 3,85 bis km 8,00 werden wir in diesem und im nächsten Jahr vergeben.

Die Ansicht von hinten. Zum Lesen der einzelnen Funktionen bitte das Bild anklicken

2)
Bereits komplett fertig ist der Bau der Abwasserkanäle an den seitlichen Einleitungen in den Hüller Bach: Da wäre einmal ein rund 630 Meter langer Kanal vom Pumpwerk Gelsenkirchen-Kleine Emscher an der Bismarckstraße bis zur Grimbergstraße mit einem Durchmesser von 1,60 Meter.

3)
Darüber hinaus haben wir zwei übereinander (!) liegende unterirdische Kanäle (ein Regenwasser- sowie ein Mischwasserkanal) vom Pumpwerk Herne-Unser Fritz von Herner Stadtgebiet aus bis an die Grimbergstraße gebaut. Beide Leitungen sind 835 Meter lang, haben jeweils einen Innendurchmesser von 1,60 Meter und sind beide bereits seit einiger Zeit fertig gestellt.

Die Ansicht von vorne. Auch hier kann das Bild per Klick vergrößert werden.

4)
Im Bereich der Grimbergstraße, südlich des Gelsenkirchener Zoos, münden nun alle drei Abwasserkanäle sowie der Regenwasserkanal in dem neuen Bauwerk, das aufgrund seiner vielseitigen Funktionen im Rahmen des Emscher-Umbaus wahrlich seines Gleichen sucht. Die Baugrube hatte einen Durchmesser von rund 33 Metern. Daran schloss sich noch einmal eine rechteckige Baugrube mit Dimensionen von 8 x 19 Metern an.

Doch nicht die Dimensionen allein sind das Besondere, sondern die Aufgaben: In dem Bauwerk kommen neben dem Stauraumkanal Hüller Bach auch die seitlichen Anbindungen aus den Pumpwerken GE-Kleine Emscher sowie Herne-Unser Fritz an. Darüber hinaus beinhaltet das Bauwerk drei Pumpwerke. Die Förderhöhen dieser Pumpen liegen zwischen 17 und 24 Meter!

So sieht das fertige Bauwerk jetzt von außen aus. (Foto: Ilias Abawi/EGLV)

So sieht das fertige Bauwerk jetzt von außen aus. (Foto: Ilias Abawi/EGLV)

Trennung von sauberem und schmutzigem Wasser
Zusammengefasst hat das Bauwerk also die Funktion, sauberes Regenwasser in die oberirdischen Gewässer (Hüller Bach bzw. Emscher) und das Schmutzwasser in den Abwasserkanal Emscher zu befördern. Dieser wiederum befördert das Schmutzwasser zu den Kläranlagen unserer Emschergenossenschaft in Bottrop und Dinslaken.

Doch damit auch die Kläranlage in Dinslaken „beschickt“ werden kann, muss das Gesamtsystem Abwasserkanal Emscher fertig sein – in diesem Herbst wird jedoch nur der bereits fertiggestellte Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop in Betrieb genommen. In der Folge bedeutet das, dass das Pumpwerk Grimbergstraße erst 2020 in Betrieb gehen darf, weil sonst zu viel Abwasser allein in die Kläranlage Bottrop eingeleitet würde – was die Kapazitäten übersteigen würde!

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