Ein seltener Fall: Hochwasser zu Ostern

Ein seltener Fall: Hochwasser zu Ostern

Anfang April stand die Lippe so hoch, dass die beliebten Flussfähren „LUPIA“ in Hamm-Oberwerries und „Baldur“ in Dorsten nicht in Betrieb gehen konnten – das gab’s noch nie! Warum die handbetriebenen Fähren bei hohem Wasserstand zu gefährlich sind, lesen Sie hier: Die LUPIA wurde in der Woche vor Ostern an ihren Fährplatz am Schloss Oberwerries geschleppt, musste aber schon nach dem ersten Betriebstag wieder an die Kette gelegt werden, weil die Lippe rasant gestiegen war. Die Baldur in Dorsten hat der Lippeverband daraufhin gar nicht erst zu Wasser gelassen.

Wenn man bedenkt, dass beide Personen- und Fahrradfähren keine professionellen „Fährleute“ haben, sondern von den Nutzern selbst über die Lippe gezogen (in Hamm) bzw. gekurbelt werden (in Dorsten), lässt sich besser verstehen, warum der Lippeverband hier auf Nummer sicher geht. Im Übrigen schreibt die Betriebsgenehmigung für die Fähren vor, dass der Betrieb bei Hochwasser eingestellt werden muss.

Die Selbstbedienung, die zwar manchmal schweißtreibend ist, bei niedrigen und mittleren Wasserständen aber auch viel Spaß macht, ist bei Hochwasser so gut wie unmöglich. Denn in der Flussmitte ist die Strömung am stärksten. Da gelingt es vielleicht noch, mit viel Kraft die kleinen Schiffe ein paar Meter vom Ufer weg zu bugsieren. Spätestens im Hauptstrom der Lippe drückt das Wasser aber seitlich so stark auf den Rumpf, dass sich die Fähre nicht mehr weiter bewegen lässt – weder vorwärts noch zurück.

Ist der Wasserstand zu hoch, bleiben die handbetriebenen Lippefähren am Ufer

Ist der Wasserstand zu hoch, bleiben die handbetriebenen Lippefähren am Ufer

Dann kann man nur hoffen, dass niemand in Panik gerät! Den Fall, dass eine Freizeitbesatzung mitten auf der Lippe stecken geblieben ist, gab’s zum Glück in zehn Jahren Lippefähre Baldur noch nicht. In Hamm hat gerade die dritte Fährsaison begonnen. Hier sind die Sicherheitsvorkehrungen noch schärfer: Eine elektrischer Kontakt signalisiert, ob eine Fährfahrt, die begonnen wurde, innerhalb einer bestimmten Zeit auch beendet wird. Ist dies nicht der Fall, können sich die Betriebsleute des Lippeverbandes über Kameras ein Bild machen, was da vor Ort los ist und im Notfall eingreifen. Aber auch in Hamm gab es eine „Rettungsaktion“ auf der Lippe noch kein einziges Mal.

 

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