Emscher-Umbau auf der Zielgeraden!

Emscher-Umbau auf der Zielgeraden!

Über den Wandel eines Strukturwandel-Projektes…

Einst eine "Köttelbecke", heute dank des Emscher-Umbaus wieder ein lebendiger Fluss: der Borbecker Mühlenbach in Essen. Foto: Andreas Fritsche

Einst eine „Köttelbecke“, heute dank des Emscher-Umbaus wieder ein lebendiger Fluss: der Borbecker Mühlenbach in Essen. Foto: Andreas Fritsche

Am Donnerstag haben wir in Oberhausen im Rahmen unserer Jahresversammlung den aktuellen Stand des Emscher-Umbaus sowie einen Ausblick auf kommende Projekte präsentiert. Faszinierend finde ich persönlich jedoch auch den Blick zurück auf die vergangenen 25 Jahre seit Beschluss dieses einzigartigen Generationenprojekts. Denn was als rein wasserwirtschaftliches Vorhaben startete, ist längst ein städtebauliches Vorzeigeprojekt mit überregionaler Strahlkraft.

1991 haben sich einige Visionäre der Region einer Herkulesaufgabe gestellt: Sie fassten den mutigen Entschluss, ein ganzes Flusssystem inmitten eines dicht besiedelten Ballungsraums komplett umzugestalten – ja, wiederzubeleben. Doch die Schaffung einer komplett neuen, wasser- und abwassertechnischen Infrastruktur und die Revitalisierung einer ganzen Flusslandschaft ist inmitten eines dicht besiedelten Gebietes kein Projekt, das man sich woanders abschauen kann. Die Emschergenossenschaft hat damals absolutes Neuland betreten. Die Rahmenbedingungen, Anforderungen und Herausforderungen haben sich immer wieder geändert. Der Emscher-Umbau ist ein atmendes, sich ständig anpassendes und dadurch veränderndes Vorhaben. Deswegen haben wir die mehr als 400 Einzelprojekte des Emscher-Umbaus immer wieder angepasst, weiter entwickelt und optimiert, um die Vision einer abwasserfreien, neuen Flusslandschaft in einer Generation umsetzen zu können.

Gleiches Schicksal, andere Stadt: Auch der Kirschemmsbach in Bottrop ist wieder renaturiert. Foto: Gabi Lyko/Emschergenossenschaft

Gleiches Schicksal, andere Stadt: Auch der Kirchschemmsbach in Bottrop ist wieder renaturiert. Foto: Gabi Lyko/Emschergenossenschaft

Wir sind nun auf der Zielgeraden! Bis 2020/2021 sind die Gewässer – in einer Generation –  abwasserfrei. Und noch mehr als das: Da, wo immer möglich, werden die Gewässer bereits den Menschen und der Natur zurückgegeben. All dies wird nach jetzigen Erkenntnissen einen Gesamtaufwand von geschätzten 5,266 Milliarden Euro haben und einen Zeitraum von 30 Jahren umfassen. Das entspricht zwar gegenüber dem Ausgangsbudget von 1991 einer Steigerung von 17 Prozent. Allerdings gab es in den vergangenen 24 Jahren bundesweit auch Baupreissteigerungen von in Summe 27 Prozent!

Mit Stolz können wir daher sagen, dass wir es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft haben, durch gegensteuernde Maßnahmen und Optimierungen die Budgetsteigerung in einem verträglichen Rahmen zu halten! Der Emscher-Umbau kann sich sehen lassen – und die Ergebnisse sind auch deutlich in der Region sichtbar! Man schaue nur auf die Fotos…

Ein absolutes Vorzeigestück: die neue und renaturierte Emscher in Dortmund-Hörde, direkt am Phoenix See. Foto: Rupert Oberhäuser/Emschergenossenschaft

Ein absolutes Vorzeigestück: die neue und renaturierte Emscher in Dortmund-Hörde, direkt am Phoenix See. Foto: Rupert Oberhäuser/Emschergenossenschaft

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Kommentare

  • Michael Baß

    Hallo,
    das sind alles sehr schöne Bilder. Aber am Bochumer Ahbach warten wir seit Jahren auf das Wasser (also den Bach). Selbst nach starken Regenfällen ist hier „Ebbe“.
    Bei uns ist eben „nix“ mit schön.

    Michael Baß

  • Ilias Abawi

    Hallo Herr Baß,
    dieses Phänomen kennen wir (leider): Das liegt daran, dass viele Stadtteile zu einem hohen Grad versiegelt sind. Das Regenwasser kann nicht mehr vor Ort im Boden versickern und über das Grundwasser in die Bachläufe gelangen. Stattdessen landet es im Abwasserkanal – wo es aber nicht hingehört… Wir arbeiten mit zahlreichen Entsiegelungsprojekten bereits daran, wieder mehr Regenwasser den Gewässern zuzuführen. Hoffentlich klappt dies auch beim Ahbach…
    Beste Grüße,
    Ilias Abawi

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