Es war einmal… „Sohlschalen“ im Bach

Es war einmal… „Sohlschalen“ im Bach

Wissen Sie noch, was eine Sohlschale ist? Mit tausenden von Sohlschalen aus Beton waren früher Seseke, Körne und andere Gewässer „gepflastert“. Jetzt hat der Lippeverband die letzte Sohlschale aufgestellt.  Direkt am Sesekeweg in Kamen, in Höhe der Ostenallee, steht sie wie ein kleines Denkmal. Es ist keine gewöhnliche Sohlschale, sondern die letzte Reserve, die man noch auf dem Bauhof für den Fall aufgehoben hatte, dass eine Sohlschale erneuert werden muss.

Die "letzte Sohlschale" steht jetzt als Denkmal am Sesekeweg in Kamen

Die „letzte Sohlschale“ steht jetzt als Denkmal am Sesekeweg in Kamen

Beim Sesekefest in September 2014 haben sich viele Kamener und Gäste auf dem Beton „verewigt“ und die Sohlschale signiert. Denn nun ist das Sesekeprogramm abgeschlossen, die Betonschalen sind weg und die Gewässer sind renaturiert.

Dabei hatten die Sohlschalen aus Beton zu ihrer Zeit durchaus Sinn: Als Kamen, Bergkamen, Bönen, Lünen und Unna noch Städte mit aktivem Bergbau waren, senkte sich durch den Steinkohle-Abbau immer wieder die Erde. Diese Bergsenkungen bereiteten nicht nur Hauseigentümern große Probleme. Auch Abwasserkanäle unter der Erde zerbrachen und in den Gewässern war immer wieder der Abfluss gestört. Um dies in den Griff zu bekommen,  leitete der Lippeverband ab dem Ende der 1920er Jahre das Abwasser oberirdisch ab und baute die Bachläufe mit Sohlschalen aus. Dadurch floss das Wasser nicht nur schneller ab. Man konnte auch nach erneuten Bergsenkungen die Gewässer leichter wieder instandsetzen. Im fließenden Wasser ließen sich die Betonplatten mit einfachen Geräten anheben und richten.

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Wenn die Erde abgesackt war, ließen sich die Betonschalen im Bachbett mit einfachem Gerät wieder richten.

Das Foto rechts zeigt eine Szene aus den 1940er Jahren, als die Gewässer im Sesekegebiet mit den Betonaschalen ausgebaut wurden.
Heute ist die Zeit des Bergbaus an der Seseke vorbei, die Gewässer wurden renaturiert und können wieder normal fließen.

 

 

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