Franzosen entdecken die Genossenschaft

Franzosen entdecken die Genossenschaft

Emscher-Umbau begeistert über die Grenzen hinweg.

Unser aktuelles Großprojekt, der Umbau des Emscher-Systems, ist eines der größten wasserwirtschaftlichen Infrastrukturprojekte der Welt. Über alle Grenzen hinweg begeistert es auch die Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Kürzlich erst stellte einer unserer Kollegen den Emscher-Umbau in Kolumbien vor. Nun wurde der Emschergenossenschaft eine weitere Ehre zuteil: Dr. Mario Sommerhäuser aus Dinslaken, Biologe und Leiter unseres Vorstandsbüros, präsentierte vor der Französischen Nationalversammlung (Assemblee Nationale) in Paris als Gastredner das Modell der öffentlich-rechtlichen Genossenschaft.

Biologe und Leiter unseres Vorstandsbüros: Dr. Mario Sommerhäuser vertrat die Emschergenossenschaft in Paris.

Bei dem vom französischen Umweltministerium ausgerichteten Kolloquium ging es darum, die zukünftige Ausrichtung der nationalen Wasserpolitik in Frankreich zu erörtern. Das Motto lautete dabei „Lernen von den Nachbarn“. Die aktuelle Ausgestaltung der Organisation der Wasserthemen besteht seit 50 Jahren und soll nun geprüft und ggf. revidiert werden. Die zuständige Ministerin Ségolène Royal (vor einigen Jahren noch Präsidentschaftskandidatin) hat diesen Prozess angestoßen.

Bei dem Kolloquium ging es zusätzlich auch um die Themen Hochwasser und Biodiversität. Drei Themen aus dem Emschergebiet standen im Mittelpunkt: Umbau des Emschersystems als erfolgreiches öffentliches Großprojekt der Emschergenossenschaft, die Entwicklung der renaturierten Emschergewässer hinsichtlich der neuen Artenvielfalt und Lebensqualität sowie das Modell der nordrhein-westfälischen, gesetzlichen Wasserwirtschaftsverbände (Genossenschaftsmodell).

Dr. Mario Sommerhäuser beim Vortrag vor Mitgliedern der Französischen Nationalversammlung. Gerade auf der Leinwand zu sehen: der Umbau der Emschermündung in Dinslaken. Fotos: privat

Diese Themen fanden äußerst großes Interesse: Der Emscherumbau als ein nachhaltiges und in Zeit- und Kostenplanung erfolgreiches Großprojekt mit infrastrukturellem, ökonomischem und ökologischem Mehrwert für die gesamte Region wurde auch als ein Erfolgsprodukt des genossenschaftlichen Organisationsmodells bewertet. In gemeinsamer Verantwortung, für die Allgemeinheit, ohne Gewinnorientierung – das wurde in Paris als besonderes Markenzeichen verbucht.

Besonders diskutiert wird in Frankreich zurzeit die Rolle der sogenannten „Agences de l’eau“ (deutsch: „Wasseragenturen“)  als administrative Organisationsform der Wasserwirtschaft, die seinerzeit (1964) in Anlehnung an das Vorbild der Verbände in NRW (!) eingerichtet wurde (Emschergenossenschaft, Ruhrverband). Insofern ist es spannend, dass sich jetzt erneut der Blick auf unser Genossenschaftsmodell richtet. Wichtig ist dabei für die französischen Kollegen unter anderem, wie die Delegation in die Verbände erfolgt und wie etwa das Gebührenmodell funktioniert. Themen, über die die Emschergenossenschaft selbstverständlich gerne informiert und mit Ratschlägen zur Seite steht.

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