Freiluft-Buffet auf unserer Kläranlage

Freiluft-Buffet auf unserer Kläranlage

Technik und Ökologie im Einklang

Dass sich ein grünes Paradies hinter der unauffälligen Pforte erstreckt, damit hatte ich bei meinem Termin auf der Kläranlage in Herten-Westerholt nicht gerechnet. Nach einem Dreh mit dem WDR, für den die Klärbecken und Anlagen die richtige Kulisse boten, zeigen mir Vanessa Schonert und Nils Böttcher „ihre“ grüne Anlage. Unser gesetzlicher Auftrag „…die Lebensräume an Emscher und Lippe mit den Erkenntnissen aus Ökologie und Technik zu verbessern“, ist in Westerholt gelebte Wirklichkeit. Hier klären wir nicht nur das Abwasser aus den Stadtteilen Westerholt, Langenbochum und Scherlebeck, sondern haben parallel dazu einen ökologisch wertvollen Lebensraum für Insekten und Wildtiere geschaffen.

Herbstzeit ist Erntezeit
Dank Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen ist hier ein Eldorado für Bienen und Hummeln entstanden. Unter dem Apfelbaum liegen die roten Früchte. Wir können noch einen Vogel beobachten, der gerade wegfliegt, nachdem er sich hier am Buffet bedient hat. Walnüsse, Maronen oder Haselnüsse stehen hoch im Kurs bei Eichhörnchen. Auch einige Obstsorten, die man nicht in jedem Supermarkt findet, fallen ins Auge: Zwischen seinen Blättern leuchten die gelben Früchte des Quittenbaums und besonders die Mispel fasziniert mich. Ihre kleinen runden Früchte sehen aus wie braune Miniatur-Äpfel. Man kann die „Vitamin-Kugeln“ direkt roh vom Strauch essen oder zu Marmelade, Kompott oder Saft verarbeiten.

Vanessa Schonert jedenfalls ist in ihrem Element, sie kann jeden Baum und jeden Strauch benennen, weiß genau, ob er dieses Jahr besser oder schlechte getragen hat als im Jahr zuvor. Die Fachkraft für Abwassertechnik hat schon ihre Ausbildung  beim Lippeverband gemacht und ist seit 2012 bei den Verbänden. Mit ihrem Wissen beeindruckt sie auch ihren Kollegen Nils Böttcher, der als Industriemechaniker seit 2008 beim Lippeverband arbeitet und ebenfalls schon seien Ausbildung bei den Verbänden gemacht hat. Zu zweit bewirtschaften sie die Anlage an der Weiherstraße.

Ich finde es klasse, dass unsere „Klär-Obstwiese“ eine technische Anlage zu einem ökologisch wertvollen Lebensraum macht! 🙂

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Kommentare

  • Vosselmann Gisbert

    Da das Obst nicht genutzt wird sollte man eine Wildblumenwiese anlegen. Durch aufstellen eines Bienenhotels für Wildbienen und andere Insekten, wäre die Nachhaltigkeit gegeben und der Natur geholfen. Der ökologische Lebensraum würde aufgewertet. Sollte die Wiese weiterhin gemäht werden, könnte man eine Niströhre für Steinkäuzchen installieren. Die Habitatgrundlage ist vorhanden.

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