Gemeinsam für eine lebendige Lippe

Gemeinsam für eine lebendige Lippe

Kooperationsvereinbarung mit dem Land NRW

Meine erste Kanutour  habe ich vor zehn Jahren auf der Lippe unternommen. Grasende Kühe am Ufer, Entenküken bei ersten Schwimmübungen und sattgrüne Böschungen – ich war sofort begeistert! Das bin ich auch heute noch, nun nicht mehr als Touristin, sondern als neue Pressesprecherin des Lippeverbandes..;-) Gleich mein erster Termin ist ein durchaus wichtiger – denn: Unser Fluss des Jahres soll durch Renaturierung noch schöner, noch lebendiger werden. In Wesel sind wir diesem Ziel heute mit sieben Unterschriften ein gutes Stück näher gekommen: Am Lippe-Schlösschen unterzeichneten NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, hochkarätige Vertreter der Landwirtschaft sowie unsere Vorstandsmitglieder Uli Paetzel und Emanuel Grün eine Vereinbarung zur Umsetzung des Programms „Lebendige Lippe“.

Feierliche Unterzeichnung des Programms „Lebendige Lippe“. Foto: Ilias Abawi/EGLV

Feierliche Unterzeichnung des Programms „Lebendige Lippe“. Foto: Ilias Abawi/EGLV

Wild und frei statt monoton und eng
„Schon schön hier“, denkt man sich, wenn man den längsten Fluss NRWs erlebt. Doch streckenweise fließt die Lippe noch eingeengt und monoton durch die Landschaft. Um sie für Tiere und Pflanzen, aber auch für Erholungssuchende noch attraktiver zu machen, haben sich das Land NRW als Eigentümer und wir als Flussmanager uns einiges vorgenommen. Mehr Fluss-Schleifen, abwechselnd ruhiges und wildes Wasser, breitere Verläufe und offenere Randbereiche für Auenlandschaften – das ist der Plan.

 

Der große Lippebogen bei Haus Vogelsang in Olfen. Foto: Hans Blossey/EGLV

Der große Lippebogen bei Haus Vogelsang in Olfen. Foto: Hans Blossey/EGLV

Landwirtschaft und Auen müssen im Gleichgewicht existieren können
Klingt gut, doch ohne die Landwirtinnen, Landwirte und weitere Nutzer der Randflächen wird das nicht klappen. Darum bemühen wir uns im Auftrag des Landes NRW um den Kauf dieser Flächen. Damit es hier für alle Seiten zu fairen und kalkulierbaren Abmachungen kommt, haben wir heute die Vereinbarung aufgesetzt. Denn die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an die Flusslandschaft – natürliche Auen und Bewirtschaftung – im Gleichgewicht zu halten, ist unser Ziel, das auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gesetzlich vorgibt.

Projekte werden in regionalen Veranstaltungen vorgestellt
Nachdem die Tinte unter der Vereinbarung nun trocken ist, geht es mit regionalen Veranstaltungen weiter: Organisiert von den landwirtschaftlichen Verbänden, stellen wir die konkreten Umgestaltungsprojekte vor und besprechen die gemeinsame Herangehensweise.

 

Die Lippemündung in Wesel. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Die Lippemündung in Wesel. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Lippewasser hat sich dank unserer Arbeit deutlich verbessert
Die Lippe ist zwischen ihrer Mündung in den Rhein bei Wesel und Paderborn ein sogenanntes Gewässer erster Ordnung. Für die Unterhaltung und den Ausbau dieses Teils der Lippe ist daher das Land NRW zuständig. Auf der rund 150 Kilometer langen Strecke zwischen Wesel und Lippborg fließt die Lippe durch unser Verbandsgebiet. Hier hat das Land diese Aufgaben an uns übertragen. Mit Erfolg: Denn in den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert. Dass es der Lippe heute wieder gut geht, ist besonders den erheblichen Investitionen unseres Lippeverbandes in den Ausbau von Kläranlagen zu verdanken. Heute reinigen wir das Abwasser von 1,4 Millionen Menschen, mit Blick auf die Einleitungen der Industrie von insgesamt 2,3 Millionen Einwohnerwerten. Als unser Lippeverband sich in der Gründungsphase befand, waren im heutigen Verbandsgebiet lediglich rund 430.000 Menschen an die Kanalisation angeschlossen. Es gab damals nur eine Handvoll Kläranlagen und diese waren oft nicht wirkungsvoll genug.

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