Hier entsteht die neue Lippe

Hier entsteht die neue Lippe

Seit Mitte März herrscht auf der Baustelle für die Lippe-Renaturierung bei Haus Vogelsang Hochbetrieb.Wo zum Jahresbeginn noch Wiesen und Äcker waren, ist jetzt im Uferbereich jede Menge Boden weggebaggert. Ein gewaltiger 70-Tonnen-Bagger schaufelt mit jeder Drehung zwei Kubikmeter Sand auf einen großen Hügel. Vierachs-Lkw fahren über eine Baustraße heran, die mit Stahlplatten ausgelegt ist. Nach dem Beladen wird lose Erde von den Fahrgestellen der Fahrzeuge abgekehrt, dann fahren die Laster über die ausgelegten Stahlplatten zurück zum Schauwinkelweg. Bevor sie die Hauptstraße erreichen, muss jedes Fahrzeug eine automatische Waschstraße passieren, die die Verschmutzung der Fahrbahn stark eindämmt.

Mit Vier-Achs-Lkw werden die Böden über eine Baustraße aus Stahlplatten abgefahren.

Mit Vier-Achs-Lkw werden die Böden über eine Baustraße aus Stahlplatten abgefahren.

Die aktuelle Baustelle ist der erste Teil eines groß angelegten Renaturierungsprojektes, mit dem der Lippeverband den Fluss auf sechs Kilometer Länge umgestaltet. Schon jetzt, lange bevor die Bauarbeiten für diesen 1. Abschnitt Anfang Juni abgeschlossen sein sollen, ist zu erkennen, dass die Ufer deutlich niedriger sind als vorher und vom Wasserspiegel des Flusses nicht mehr weit entfernt sind. Mittendrin ist ein mächtiger Baum stehen geblieben. Der Baum steht künftig auf einer Art Insel, einem erhöhten Plateau, das bei höheren Pegelständen noch aus dem Wasser ragen wird, während die umgebenden Ufer dann bereits vom Wasser überflutet sein werden.
Weiter flussabwärts liegen am Ufer große Wassersteine. Der Bauleiter erläutert, dass noch mehr Steine in den Fluss gekippt wurden und dort eine Art Querriegel bilden. Wenn in den kommenden Wochen tonnenweise Sand und Erde in die Lippe gebaggert werden, halten die Steine am Flussgrund das lose Bodenmaterial fest und verhindern so, dass die Strömung alles in kurzer Zeit fortträgt. So soll die Lippe, die hier bis auf das Dreifache verbreitert wird, auch flacher werden. Zeitweilig wird sogar direkt im Fluss gebaut, indem ein Langarmbagger von der Uferböschung aus seinen Ausleger weit ins Wasser hinein schwenkt.

Die beste Gelegenheit, die Baustelle aus nächster Näheanzuschauen, besteht beim „Regionale-Tag“ am Samstag, dem 30. April. Von 11 bis 16 Uhr können sich Interessierte über die Maßnahmen informieren. Um 11 und um 14 Uhr bietet der Lippeverband zusammen mit der Landschaftsagentur Plus Radtouren von jeweils 90 Minuten Dauer an, auf denen die Renaturierung vor Ort gezeigt und erklärt wird. Wer teilnehmen will, muss sein eigenes Rad mitbringen und sich unter veranstaltungen@eglv.de per E-Mail oder telefonisch unter 0201-104 2166 anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Adresse lautet: Haus Vogelsang, Vogelsangweg 21, 45711 Datteln  (Für Navi: Anfahrt über Ahsener Straße und Schauwinkelweg)

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