Kanalbau erreicht Meilenstein!

Kanalbau erreicht Meilenstein!

Abwasserkanal Emscher ist in Castrop-Rauxel komplett verlegt.

Im Schacht 91 an der Wartburgstraße in Castrop-Rauxel wurde die Maschine geborgen. Foto: Rupert Oberhäuser/Emschergenossenschaft

An der Wartburgstraße in Castrop-Rauxel wurde die Maschine geborgen. Foto: Rupert Oberhäuser/Emschergenossenschaft

Wir haben einen Grund zum Feiern, denn wir haben im Rahmen unseres Emscher-Umbaus auf – bzw. unter (!) – Castrop-Rauxeler Stadtgebiet einen großen Meilenstein erreicht: Der unterirdische Vortrieb des Abwasserkanals Emscher ist fertig gestellt. In diesen Tagen fuhr die letzte Vortriebsmaschine in ihre Zielgrube am Wasserkreuz ein. Damit sind die rund 7600 Meter des „Emscherschnellweges unter Tage“ in Castrop-Rauxel komplett verlegt. „Gebuddelt“ wird nun nur noch für den Stauraumkanal Industriestraße.

Besucherschacht?
Den Zielschacht, in dem die letzte Vortriebseinheit nun eingefahren ist, wollen wir im Rahmen einer möglichen Landesgartenschau im Jahr 2020 übrigens zu einem Besucherschacht ausbauen. Von oben soll man in die offene Grube hinunterschauen können, um auch nach dem Ende des Emscher-Umbaus verstehen zu können, mit welch gewaltigem Aufwand die Revitalisierung des Emscher-Systems vorangetrieben wurde – und das im allerwahrsten Sinne des Wortes!

Und genau dieser Schacht könnte 2020 als Besucherschacht dienen.

Und genau dieser Schacht könnte 2020 als Besucherschacht dienen. Foto: kipar

Die Einfahrt der Vortriebsmaschine gestaltete sich äußerst aufregend: Zunächst hörte man nur ein leises, dann ein lautes Grummeln – bevor schließlich die letzten Zentimeter der Trennwand zwischen Baugrube und Abwasserkanal bröckelten und die mit Emschermergel verschlammten Bohrzähne der Vortriebseinheit zum Vorschein kamen. Stück für Stück, Millimeter für Millimeter presste das Tunnelteam den Riesenbohrer voran, bis die ganze Maschine in der Baugrube lag.

Der Bauauftrag
Im Januar 2012 hatten wir,  die Emschergenossenschaft, den größten Auftrag ihrer Geschichte sowie des Emscher-Umbaus vergeben: Die Firma Wayss & Freytag aus Frankfurt erhielt den Zuschlag für den Bauabschnitt 30 des unterirdischen Abwasserkanals Emscher (AKE) zwischen Dortmund und Bottrop.

Für die 35 Kilometer lange AKE-Kanalstrecke zwischen Dortmund und Bottrop sowie für den Stauraumkanal Industriestraße in Castrop-Rauxel (ist ebenfalls Bestandteil des Auftrags) müssen insgesamt 46.970 Meter an Stahlbetonrohren aufgefahren werden. Die Innendurchmesser der Rohre reichen dabei von 30 Zentimeter bis 2,80 Meter – der größte Außendurchmesser beträgt 3,60 Meter. Stolze 35 Tonnen wiegen die schwersten Rohrelemente – jeweils, versteht sich!

Die kleinen Durchmesser-Rohre von 30 cm bis 1,40 Meter werden geliefert (machen insgesamt 2450 Meter Strecke aus), die anderen Rohre ab 1,60 bis 2,80 Meter Durchmesser entstehen in eigener Produktion. Dies macht 44.520 Meter Strecke aus, was wiederum einem Bedarf von 13.000 Rohren entspricht. Dafür werden zirka 104.000 Kubikmeter an Beton fällig sowie 10.500 Tonnen Stahl!

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