Lippe-Renaturierung in vollem Gange

Lippe-Renaturierung in vollem Gange

Fluss-Umbau und Deich-Rückverlegung…

Natur- und tierfreundliche Lippe: Diese Rinder fühlen sich bereits wohl an unserem Fluss. Fotos: Rupert Oberhäuser/EGLV

Natur- und tierfreundliche Lippe bei Datteln: Diese Rinder fühlen sich bereits wohl an unserem Fluss. Im Hintergrund sind noch frische Spuren unserer Baumaßnahme zu sehen – dort wurde das Ufer der Lippe aufgeweitet. Fotos: Rupert Oberhäuser/EGLV

Der Umbau des Emscher-Systems ist ein beispielloses Generationenprojekt, das bereits weit vorangeschritten ist und sich auf die Schlussgerade begibt. Ein Projekt, auf das wir als Emschergenossenschaft stolz sind. Doch auch als Lippeverband brauchen wir uns nicht zu verstecken, denn die Renaturierung der Lippe ist ebenfalls in vollem Gange: Aus dem längsten Fluss Nordrhein-Westfalens wird aktuell auch das schönste Gewässer des Landes!

Anders als an der Emscher, wo wir im gesamten Flusssystem baulich aktiv sind, arbeiten wir an der Lippe zurzeit eher punktuell. Während die Lippemündung in Wesel bereits vor einigen Jahren umgestaltet wurde und in den kommenden Jahren noch große Renaturierungsmaßnahmen unter anderem in Hamm und Werne folgen werden, befinden sich unsere zwei größten Lippe-Baustellen momentan einerseits am Haus Vogelsang bei Datteln/Olfen sowie im Bereich Haltern-Lippramsdorf/Marl.

Baustelle Nr. 1: Lippe-Renaturierung am Haus Vogelsang

Mitten im Wald: Erstellung einer Baustraße.

Mitten im Wald: Erstellung einer Baustraße.

Ganz aktuell haben bei unserer Lippe-Renaturierung am Haus Vogelsang auch auf der Olfener Seite der Lippe die Bodentransporte begonnen. Seit einigen Wochen finden dort bereits Erdbewegungen innerhalb des Baufeldes statt, auf dem Gelände wurde eine Baustraße sogar teilweise zwischen Bäumen hindurch (!) angelegt. Ab jetzt wird das überschüssige Bodenmaterial über die Straße Zum Krähenbusch, weiter über Eversumer und Hullerner Straße abgefahren. Insgesamt werden auf dieser Seite der Lippe rund 150.000 Kubikmeter an Böden abtransportiert. Wieso das Ganze? Der Boden wird abgetragen, damit die Lippe wieder kurvenreicher durch die Landschaft fließt und bei Hochwässern viel eher ausufern kann. Durch dieses Ausufern soll auch vermieden werden, dass sich die Lippe bei hohen Abflussgeschwindigkeiten (in der Regel passiert dies bei begradigten und kurvenarmen Trassen) tief in ihr Bett eingräbt – denn dies wäre ein „Killer“ für die Artenvielfalt. Diese profitiert am ehesten durch flache und langsam fließende Gewässer.

Baustelle Nr. 2: Neubau der Lippedeiche bei Haltern und Marl

Neubau der Lippedeiche nördlich des Flusses.

Neubau der Lippedeiche nördlich des Flusses.

Blicken wir etwas weiter in Fließrichtung nach Westen: Auf Hochtouren läuft auch der Aufbau des neuen HaLiMa-Deiches bei Haltern-Lippramsdorf (HaLi-) und Marl (-Ma) auf Hochtouren: Täglich werden rund 1000 Kubikmeter Bodenmaterial aufgeschüttet, täglich wächst der Deich ein Stück weiter in die Höhe. Zusätzlich kommt derzeit noch einmal die gleiche Menge per Schiff an und wird für den weiteren Deichbau zwischengelagert. Insgesamt werden allein für den neuen HaLiMa-Deich „Nord 1“ 870.000 Kubikmeter an Böden benötigt. Über den weiteren Bauverlauf der Lippe-Renaturierungen – und des Emscher-Umbaus – werden wir weiterhin hier auf unserem Emscher-Lippe-Blog berichten! Regelmäßiges Vorbeischauen lohnt sich also…;-)

Auch südlich der Lippe werden neue Deiche aufgeschüttet - hier am Chemiepark Marl.

Auch südlich der Lippe werden neue Deiche aufgeschüttet – hier am Chemiepark Marl.

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