Neues aus dem Westen, Teil 1

Neues aus dem Westen, Teil 1

Startschuss für den Berne-Umbau: Der nahezu unbekannte Essener Fluss wird vom Abwasser befreit.

Aktuell gibt es im Westen des Emschergebietes reichlich Bautätigkeit – daher wollen wir im Rahmen einer Miniserie in den kommenden Tagen und Wochen diesen Bereich des Neuen Emschertals genauer beleuchten…:-) Heute beginnen wir an der Berne im Grenzbereich Bottrop und Essen, bevor wir uns dann später flussabwärts nach Oberhausen bewegen!

Essen, die Emscher-Stadt!
Wasserwirtschaftlich betrachtet ist Essen zu zwei Dritteln eine Emscher-Stadt – denn über das Berne- und Schwarzbachsystem entwässern rund 66 Prozent des Essener Stadtgebietes in die Emscher. Den Hauptabwasserfluss im Innenstadtbereich bildet dabei die Berne, der nahezu unbekannte Essener Fluss. Die Berne entspringt unmittelbar an der Hauptverwaltung der Emschergenossenschaft im Essener Südviertel und verläuft anschließend unterirdisch in Richtung Norden, unter anderem unterhalb der Bernestraße (!) nahe des Essener Rathauses. Noch ist sie auf ganzer Länge ein Schmutzwasserlauf. Doch das soll sich jetzt ändern! An der Stadtgrenze zu Bottrop, in Bergeborbeck, beginnt die Emschergenossenschaft nun mit dem Bau des neuen unterirdischen Abwasserkanals parallel zur Berne. Dies ist der erste Schritt hin zur Abwasserfreiheit für den gesamten Flusslauf! Der offizielle Startschuss erfolgte in Anwesenheit von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Dr. Jochen Stemplewski, dem Ende Januar ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden der Emschergenossenschaft.

Die Emschergenossenschaft befreit nun auch die Berne vom Abwasser. Foto: Rupert Oberhäuser/EG

Startschuss für den Umbau der Berne (v.li.): Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, Klaus Strehl, Bürgermeister der Stadt Bottrop, Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen. Foto: Rupert Oberhäuser/EG

Der Abwasserkanal Berne-Unterlauf bildet das Bindeglied zwischen den oberhalb liegenden Teileinzugsgebieten des Berne-Systems, wie dem Borbecker Mühlenbach, und dem Abwasserkanal Emscher – der künftigen abwassertechnischen Hauptschlagader des zentralen Ruhrgebietes. Die Berne wird hierbei vom Abwasser befreit, so dass künftig nur das saubere Regenwasser durch die Berne fließen wird. Der Bau des Abwasserkanals Berne-Unterlauf wird zirka zwei Jahre dauern. Mit der ökologischen Verbesserung des Gewässers wird dann frühestens 2019 nach der Fertigstellung der oberhalb liegenden Abwasserkanäle begonnen werden.

Die Baumaßnahme erstreckt sich über zwei Bereiche in Essen und Bottrop zwischen dem Sulterkamp und der Emscher überwiegend entlang der heutigen Berne von km 0,0 bis km 2,6. Die Zuwegung zu den Schachtbauwerken auf dem Bottroper Stadtgebiet erfolgt von der Borbecker Straße aus über die Oskar-, Haßlacher- und die Hafenstraße. Die Zuwegung zu dem Schachtbauwerk auf dem Essener Stadtgebiet erfolgt von der Bottroper Straße aus über die Econova-Allee bzw. Sulterkamp. Kernstück der Baumaßnahme ist die Errichtung des Abwasserkanals in einer Tiefe bis zu 23 Meter mit einem Durchmesser von 2 Meter und den zugehörigen Schachtbauwerken in geschlossener Bauweise.

Es kann auch laut werden
Für die Erstellung der Baugruben sind umfangreiche Schlitz-/Bohrpfahlwandarbeiten erforderlich. Diese Bauarbeiten können zu Verkehrsbehinderungen auf den zuvor genannten Straßen führen. Die Emschergenossenschaft bittet Bürger und Anwohner um Verständnis.

In den nun anstehenden Bauabschnitt investiert die Emschergenossenschaft rund 22 Millionen Euro. Insgesamt kostet der Umbau des gesamten Berne-Systems (inklusive aller Nebenläufe) zirka 400 Millionen Euro. Rund 100 Millionen Euro hat die Emschergenossenschaft bereits auf Essener Stadtgebiet eingebracht, etwa am Borbecker Mühlenbach.

Info: Die Emschergenossenschaft veranstaltet zu der Baumaßnahme am Dienstag, 2. Februar, um 18.30 Uhr eine Bürgerinformationsveranstaltung im Matthiashaus an der Hafenstraße 78a in Bottrop-Ebel.

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