Pumpwerk wächst in der Tiefe

Pumpwerk wächst in der Tiefe

Abwasser-Aufzug für saubere Emscher

So sah die völlig nackte und leere Baugrube noch vor einem Jahr aus... Foto: Ilias Abawi/EGLV

So sah die völlig nackte und leere Baugrube noch vor einem Jahr aus… Foto: Ilias Abawi/EGLV

Rasant voran schreiten unsere Bauarbeiten für das Pumpwerk Oberhausen* – wo noch vor knapp einem Jahr eine rund 46 Meter tiefe und komplett leere, kreisrunde Betongrube wie ein gewaltiges Erdloch mitten im Holtener Bruch klaffte, wächst das Gebäude für eine unserer gigantischsten Betriebsanlagen aus der Tiefe in die Höhe. Bereits deutlich erkennbar sind die zwei Wände, die den Saugraum (in der Mitte) von den beiden Pumpenkammern (jeweils seitlich) trennen.

Die tiefste Baustelle des Emscher-Umbaus: Die Innenwände der Saugkammer sind deutlich zu sehen. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Die tiefste Baustelle des Emscher-Umbaus: Die Innenwände der Saugkammer sind deutlich zu sehen. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

In rund 40 Metern Tiefe wird hier nach 2020 das Schmutzwasser aus dem Abwasserkanal Emscher** ankommen und muss anschließend auf ein oberflächennahes Niveau gehoben werden, damit es über einen knapp drei Kilometer langen Anschlusskanal in unser Klärwerk Emschermündung in Dinslaken transportiert werden kann.

Was nun die Fertigungsgrube für das Pumpwerk Oberhausen ist, war vor fast genau einem Jahr – am 12. Juni 2017 – die Zielgrube für den unterirdischen Vortrieb des Abwasserkanals Emscher. Nach diesem Durchstich und der Bergung der beiden Tunnelbohrmaschinen hatten wir im vergangenen Jahr eine 1,80 Meter dicke Bodenplatte betoniert, auf dieser Sohle entsteht jetzt das eigentliche Tiefbauteil für das Pumpwerk. Gleichzeitig ziehen wir aktuell neben den Innenwänden des späteren Pumpwerks auch dessen Außenwand hoch. Diese Wand gleicht einem inneren Ring der Baugrube und verringert ihren Durchmesser um 3,60 Meter auf später rund 42 Meter.

Weit fortgeschritten sind die Arbeiten an unserem AKE-Pumpwerk Oberhausen - die Baugrube ist 46 Meter tief. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Weit fortgeschritten sind die Arbeiten an unserem AKE-Pumpwerk Oberhausen – die Baugrube ist 46 Meter tief. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Ab Ende 2018 wollen wir bereits die Maschinen- und Elektrotechnik (Einbau der Pumpen sowie Anbindung ans Stromnetz) installieren. Die Inbetriebnahme des Pumpwerks Oberhausen und damit die Inbetriebnahme des Gesamtkomplexes Abwasserkanal Emscher im Rahmen unseres Generationenprojektes Emscher-Umbau ist für 2020/2021 vorgesehen.

Auf diesem Foto vom 22. Januar 2018 erkennt noch etwas deutlicher die Dimensionen der kreisrunden und 46 Meter tiefen Baugrube. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Auf diesem Foto vom 22. Januar 2018 erkennt man noch etwas deutlicher die Dimensionen der kreisrunden und 46 Meter tiefen Baugrube. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

* Das Pumpwerk Oberhausen ist eines von drei Hebeanlagen im Laufe des Abwasserkanals Emscher (s.u.) gewissermaßen also eine Art Abwasser-Aufzug, denn das Schmutzwasser wird aus Tiefen von rund 40 Metern in die Höhe gepumpt. Die beiden anderen Pumpwerke befinden sich in Gelsenkirchen und Bottrop, sie sind bereits so gut wie fertiggestellt und sollen in diesem Spätsommer in Betrieb gehen.

** Der Abwasserkanal Emscher (AKE) ist insgesamt 51 Kilometer lang und reicht von Dortmund bis Dinslaken. Bereits fertig ist der Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop, daher wird dieser Abschnitt schrittweise schon in diesem Jahr in Betrieb genommen. Fertig verlegt wurden auch die Rohre bis zum Holtener Bruch in Oberhausen-Biefang – da das Pumpwerk Oberhausen jedoch noch im Bau ist, wird dieser Abschnitt später in Betrieb genommen. Ebenso verhält es sich mit dem letzten Teil des AKE bis Dinslaken, er ist ebenfalls noch im Bau. Der AKE hat zwischen Dortmund und Dinslaken ein Gefälle von 1,5 Promille, d.h. er sinkt um 1,50 Meter pro Kilometer. Ohne die drei Pumpwerke (s.o.) würde er in Dinslaken in 80 Metern Tiefe ankommen…

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