Deichverlegung lenkt Radfahrer um

Deichverlegung lenkt Radfahrer um

Im Juli startet das Großprojekt HaLiMa: Die Lippedeiche in Haltern-Lippramsdorf und Marl werden zurückverlegt. Das hat Folgen für Anwohner – und Radler.

Meine Kollegin, die Radwegemanagerin Kordula Kalthoff, und ich radeln die Römer-Lippe-Route Richtung Lippramsdorf entlang. Tatsächlich haben wir einen regenfreien Tag erwischt und genießen die Fahrt entlang des flachen Weges. Außer zwitschernden Vögeln und quakenden Fröschen ist zwischen Feldern und Auen nichts zu hören. Doch – ab und an meldet sich eine Kuh!

Neue Deiche verbessern Hochwasserschutz

Wir sind aber nicht auf einer gemütlichen Radtour unterwegs, sondern schwer im Dienst: Es gilt, einen Teil des Radwegs neu zu beschildern! Ab Sommer erneuern wir vor Ort auf 5,6 Kilometern Länge die Hochwasserschutzdeiche am Nord- und Südufer der Lippe. Die bestehenden Dämme werden ein Stück ins Hinterland zurückversetzt. Sie werden mit 14 Metern ihre ursprüngliche Höhe behalten aber deutlich sanfter ansteigen. An der Lippe entsteht eine zusätzliche Auenfläche von rund 60 Hektar. Der Fluss selber wird nach Abschluss der Bauarbeiten dort wesentlich flacher und breiter sein als heute.

Die alten Lippedeiche werden ein Stück weit ins Hinterland verlegt. Foto: Rupert Oberhäuser

Die alten Lippedeiche werden ein Stück weit ins Hinterland verlegt. Foto: Rupert Oberhäuser

Bodentransport über Wasser und Land

Die Umsetzung des Projektes erfordert den Transport von insgesamt 1,4 Millionen Kubikmeter Bodenmasse. 65 Prozent davon kommt per Schiff, weitere 35 Prozent transportieren LKW über die Straße zum Baufeld. Dadurch steigt zeitweise die Staubbelastung an. Die Radfahrer müssen sich auf weitere Veränderungen einstellen: Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und teilweiser Sperrung der Strecke wird die Römer-Lippe-Route an verschiedenen Stellen umgelenkt.

Damit die Radfahrer auch wissen wo es langgeht und was auf der Baustelle passiert, brauchen sie ausreichend Informationen entlang des Weges. Auf dem Reißbrett ist das nicht getan, wie wir vor Ort schnell feststellen. Bereits installierte Infotafeln müssen teilweise aktualisiert und versetzt werden. Manche Flächen, auf denen eine Infotafel Sinn macht, gehören nicht uns – hier muss erst einmal eine Erlaubnis eingeholt werden. Und welche Infos brauchen Radler an welcher Stelle überhaupt? Diese spannende Aufgabe wird uns in den kommenden Wochen ziemlich fordern!

Pause muss sein! Foto: Katrin Schnelle

Pause muss sein! Foto: Katrin Schnelle

Wenn Sie mehr zum Projekt HaLiMa erfahren möchten, finden Sie hier ausführliche Informationen.

Teaserbild: Rupert Oberhäuser
Beitragsbild: Katrin Schnelle

 

 

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