Das Schaf als Rasenmäher

Das Schaf als Rasenmäher

Geländepflege durch Schafe – wie das wohl funktioniert? Jetzt gibt es den ersten Testlauf in einem Hochwasserrückhaltebecken an der Emscher.

Bisher kenne ich die so genannte Schafbeweidung nur von den Deichen an der Lippe. Dort dienen im Bereich Haltern und Dorsten die Flussdeiche im Sommer als Weide für eine Schafherde. Das nützt nicht nur dem Schäfer, sondern auch unserer Wasserwirtschaft, denn sonst müssten Maschinen das Gras kurz halten. Die Schafe tun diese Arbeit schonender und effektiver.

 

Seit der vergangenen Woche hält eine Schafherde das Hochwasserrückhaltebecken in Castrop-Rauxel kurz.

 

Heute schaue ich mir eine andere Schafbeweidung an: Unser Hochwasserrückhaltebecken in Castrop-Rauxel strotzt nur so von Vegetation. Überall steht dichtes Grün, ein kleiner Urwald regelrecht. Warum hier überhaupt gemäht wird, erklärt mir der Gewässermeister, Jürgen Schreer: Der Deich, der das Becken umgibt, muss am Deichfuß von Pflanzen freigehalten werden, damit man sieht, wenn sich irgendwo Wasser durchdrückt. Und das Innere des Beckens, das aussieht wie ein flaches Tal, sollte möglichst zugänglich sein.

Die 500köpfige Schafherde, die seit der vergangenen Woche das Becken bevölkert, hat die eingepferchte Fläche schon weitgehend abgefressen. Auch die Goldrute, die mit ihren gelben Blüten ein farbenprächtiges Bild abgibt, verschmähen die Tiere nicht. Die aus Amerika stammende Pflanze hat die Flächen so zugewuchert, dass nichts anderes mehr hochkommt.

Stück für Stück versetzt der Schäfer den Pferch, bis das ganze Becken frei ist. Wie lange das dauert, wird man sehen. Klar ist: Für Schafherden gibt es in unserer dicht besiedelten Region immer weniger Platz. Da trifft es sich gut, dass wir an Emscher und Lippe große Flächen haben, die regelmäßig kurz gehalten werden müssen.

Zuerst grasen die Tiere auf dem Deich, der das Becken umgibt. Fotos: Steinbach

 

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