Parade der schrillen Örtchen

Parade der schrillen Örtchen

Noch bis zum 18. September huldigt unsere kostenlose Ausstellung „Besetzt!“ vor dem Museum Strom und Leben in Recklinghausen der Sanitärkultur.

Zu mobilen Chemietoiletten habe ich seit jeher ein gespaltenes Verhältnis. Meine einzige positive Erinnerung an diese abartigen Aborte blieb bislang das Erleben eines Open Air-Konzertes von Guns ´N Roses 1992 auf dem Dach eines Dixies. Ich meide diese Dinger sonst wie die Pest.

„Besetzt!“ zeigt, dass die kleinen Klos aber durchaus auch spannend sein können: In 20 Häuschen verbergen sich überraschende, intime, skurrile, informative und garantiert geruchsfreie Installationen.

Was tun, wenn´s klemmt? Hier kommt Abhilfe! Foto: Katrin Schnelle

Was tun, wenn´s klemmt? Hier kommt Abhilfe! Foto: Katrin Schnelle

Dieser langhaarige Mann zierte in den 70ern jedes Rebellenklo: Frank Zappa in Kultpose. Foto: Katrin Schnelle

Dieser langhaarige Mann zierte in den 70ern jedes Rebellenklo: Frank Zappa in Kultpose. Foto: Katrin Schnelle

Schon hinter der Tür der ersten Kunststoffzelle steckt das nackte Grauen. Moosgrüne Klobrillenschoner?! Eine unverzeiliche Sanitärsünde. Gott sei Dank sind diese in Badezimmern mittlerweile nahezu ausgestorben. Wie ein privater Kinosaal mutet das Filmklo an. Im Hintergrund läuft die Tonspur von „The Big Lebowski“. Großartiger Streifen! Nur die Bedeutung der Toilette hatte ich nicht mehr so wirklich auf dem Schirm. Ziemlich authentisch ist auch das Rock:Klo. Passionierte Festivalbesucher werden wissen, wovon ich rede.

Aber auch ernsthaftere Themen stehen im Fokus der Ausstellung: Wer sorgt eigentlich dafür, dass unser Abwasser sauber wird? Und wie erledigen andere Länder der Welt ihr Geschäft?

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Über unsere Hygienestandards dürfen wir uns sehr glücklich schätzen! Foto: Katrin Schnelle

Mehr soll an dieser Stelle auch nicht verraten werden. Besuchen Sie die Ausstellung doch selber einmal. Es lohnt sich auf jeden Fall! Einen Blick empfehlen wir auch auf die Bildersammlung von Thomas Nowaczyk. Der Fotograf hat Dixie-Klos an Orten fotografiert, an denen sie nach ihrer Nutzung einfach vergessen wurden.

 

 

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Kommentare

  • Dr. Ernst Woll

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich finde die Idee Ihrer Ausstellung ganz ausgezeichnet. Ich hab vor wenigen Wochen ein kleines Buch „Rund ums Klo“ veröffentlicht. Titeltext: Vor 80 Jahren beschäftigte mich als Kind die Frage: Warum scheiden wir das gute, schmackhafte Essen als so stinkige Masse wieder aus und warum wird darüber nicht gern gesprochen? Seit dem Mittelalter bis heute wurden diese menschlichen Ausscheidungen mit sehr unterschiedlichen Methoden und Mitteln gesammelt, entsorgt oder verwertet. Toiletten spielten dabei immer eine entscheidende Rolle. Ich will dazu meine Erlebnisse und das aus Erzählungen gehörte in Kurzgeschichten und Gedichten darstellen. Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt, ISBN 9783844815467.
    Sollten Sie Interesse haben, es in ihrer Ausstellung zu verwenden, würde ich Ihnen ein Exemplar schicken. Bitte ggf. um Adresse.
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Woll

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