Schüler üben den Emscher-Umbau

Schüler üben den Emscher-Umbau

Bei der Fachtagung und des 10. Internationalen Projekttages des deutschen Netzwerkes der UNESCOPROJEKT-Schulen stehen in diesem Jahr das Ruhrgebiet und die Stadt Essen im Zentrum.   Zum Netzwerk gehören insgesamt 200 Schulen in 100 Städten – davon 155 anerkannte und 45 mitarbeitende Grund- oder berufsbildende Schulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Realschulen, staatliche Regelschulen oder Privatschulen. Weltweit sind es etwa 8.800 Schulen, die im Associated Schools Projekt in fast allen 191 Mitgliedstaaten der UNESCO mitarbeiten.

Die Emschergenossenschaft ist mit ihrer Bildungsarbeit und Expertise in wasserwirtschaftlichen Themen als kompetenter Partner der Schulen in diesem Jahr der Gastgeber der praktischen Workshops. Rund 100 Schüler aus 16 Bundesländern waren am Montag und am Dienstag bei uns im Emscherhaus in Essen zu Gast und nahmen an diversen Workshops rund um das Thema „Bildung und Nachhaltigkeit“ teil. Dabei durften sie unter anderem auch den Emscher-Umbau „planen“.

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In einem Rollenspiel sollten die Schüler am Beispiel eines Flussabschnitts die Planung und Umsetzung des Emscher-Umbaus erfahren. Im Mittelpunkt standen ein typischer Problemfall im Rahmen des Umbaus und der Umgang der Projektverantwortlichen und des Unternehmens damit. Dabei übernahmen die Schüler verschiedene Funktionen/Rollen (z. B. Bauprojektleiter, Beschwerdemanager, Kommunikationsexperte, Bildungsreferent, etc.). Ihre Aufgabe war es, Maßnahmen zur Lösung des Problemfalls zu entwickeln.

Im Fokus der Veranstaltung stand die Fragestellung „Wie vermittele ich ein Großprojekt und sorge somit für mehr Akzeptanz“? Dabei galt es, bereits im Vorfeld potenziell kritische Aspekte zu erkennen und dafür zu sorgen, dass ggf. Bedenken etwa von Anwohner oder anderen Bürgern einer Stadt mitbedacht werden. Sollte es einmal nicht möglich sein, Anregungen der Öffentlichkeit mit einfließen zu lassen, müssen Ideen entwickelt werden, wie man einen etwaig kritischen Umstand möglichst leicht verständlich erklären kann. Dabei sollte immer offen und transparent kommuniziert werden.

UNESCO-Schulnetzwerk_14-09-22_052Im Rahmen der Workshops standen aber nicht nur reine Planspiele auf dem Programm, sondern auch spannende Exkursionen: In Bottrop erfuhren die Teilnehmer, wie aus einer ehemaligen Kläranlage ein Bürgerpark wurde. In Essen besichtigten sie die noch nicht renaturierte Berne, die noch als Köttelbecke daherkommt. In Dortmund derweil gab es die neue idyllische Emscher am Phoenix See zu bestaunen.

Letztendlich war das Netzwerkprojekt eine hervorragende Gelegenheit, den Nachhaltigkeitsgedanken zu: Denn präsentiert wurde nicht nur der wasserwirtschaftliche Umbau in der Region, sondern eben auch der dadurch ermöglichte Strukturwandel – und wie sich damit Bildungsarbeit leisten lässt. Bei den Schülern, und das freut uns besonders, kam sowohl der Emscher-Umbau als auch das Netzwerkprojekt bestens an. Nicht wenige waren erstaunt, wie aus einer in Beton eingefassten Köttelbecke wieder ein natürliches und lebendiges Gewässer werden kann.

Fotos: Frank Vinken, EGLV

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