Spannende Diskussion um Spurenstoffe

Spannende Diskussion um Spurenstoffe

„Meine Flüsse“: Debatte um Medikamentenreste im Wasser dominierte die Veranstaltung.

„Meine Flüsse“ lautete der Titel der von ARD-Wetterfrosch Sven Plöger moderierten Podiumsdiskussion in der Essener Kreuzeskirche. Bei dieser Veranstaltung im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas“ zeigte auch unser Chef Uli Paetzel Flagge – ist unsere Emscher doch neben der Ruhr einer der beiden Essener Flüsse, die auch im Logo der „Green Capital“ auftauchen. Weit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger sind in die umfunktionierte Kirche am Weberplatz gekommen.

Der Talk drehte sich jedoch nicht nur um Flussmanagement, Klimawandel, Starkregen und Entsiegelung. Nein, besonders zur Freude unseres „Essen macht’s klar“-Teams ging es überwiegend um das brenzlige Thema „Vermeidung von Medikamentenresten im Wasser“. Denn auch moderne Kläranlagen können feinste Spurenstoffe z. B. aus Arzneimitteln nicht rückstandslos entfernen, diese schaden in der Folge Fauna und Flora der Gewässer!

Technische Aufrüstung allein ist keine Lösung
Unser Chef Uli Paetzel sowie Ruhrverbandsvorstand Norbert Jardin wiesen darauf hin, dass eine weitere technische Aufrüstung von Kläranlagen mit einer sogenannten „vierten Reinigungsstufe“ nicht die Lösung sei. Fast schon heiß her ging es dabei in der kontroversen Diskussion ums Verursacherprinzip – z. B. warum die Politik hier nicht stärker die Pharmaindustrie und die Landwirtschaft in die Pflicht nimmt… Denn: Für eine Aufrüstung öffentlicher Kläranlagen müssten wiederum die Bürger zahlen – was aus unserer Sicht schlicht nicht fair ist!

Das Thema bewegte auch die anwesenden Bürger. Die Nachfragen im Nachgang zur Debatte drehten sich fast alle um Spurenstoffe. Gut, dass unser „Essen macht’s klar“-Team vor Ort war und reichlich Informationen in der Kreuzeskirche bereithielt. Mit dem Forschungsprojekt „Essen macht´s klar – weniger Medikamente im Abwasser“ gehen wir gemeinsam mit dem Ruhrverband und der Stadt Essen einen anderen Weg: den des Vorsorgeprinzips. Ziel ist die Sensibilisierung der breiten Bevölkerung, denn immer noch werden etwa 50 Prozent der flüssigen Arzneimittelreste über Toilette und Spüle entsorgt. Eindeutig der falsche Weg – richtig ist die Entsorgung über den Hausmüll!

Das Fazit
Das Fazit des Abends dieser gelungenen, weil kontrovers gehaltenen Diskussion zieht Poetry-Slammer Sebastian23: „Alles fließt und wir müssen die Köpfe entsiegeln (…) und nicht alles löst sich durch die 4. Reinigungsstufe“!

 

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