Tiere an Emscher und Lippe – Teil 3: Im (Emscher-)Tal der Königin: Bienenfest in Holzwickede

Tiere an Emscher und Lippe – Teil 3: Im (Emscher-)Tal der Königin: Bienenfest in Holzwickede

Das sonnige Wetter hält sich – gute Nachrichten für das lang geplante Bienenfest an einem von starken Regengüssen dominierten Wochenende! Als wir auf dem Emscherquellhof in Holzwickede eintreffen, herrscht dort auch schon reges Treiben: Besucher streifen durch die Obstwiese mit den Zelten des chinesischen Künstlern Ai Weiwei (Emscherkunst!) oder das von der Emschergenossenschaft 2005 kunstvoll restaurierte alte Fachwerkensemble mit Deele, Backhaus und idyllischem Emscherquelltopf. Es werden Wachskerzen gedreht, heilsame Salben mit Bienenwachs angerührt, Bienenbrummschleudern gebaut. Kinder beobachten, wie es in der aufgestellten Schauwabe krabbelt, wuselt und summt: Ganz warm von der vielen Energie der Tausenden Bienen ist das Glas über dieser Schauwabe und die Mutigen trauen sich, ihre Hand darauf zu legen!

Fasziniert suchen die Kinder die mit einem Mini-Klebepunkt gekennzeichnete Bienenkönigin und lernen ganz nebenbei, dass so eine Königin bis zu 2.000 Eier am Tag legen kann. Dafür muss sie aber auch nichts anderes machen; sie wird von den Arbeiterinnen geputzt, gefüttert, umsorgt …

Beim Imker-Workshop mit Magnus Krämer von der Paul-Gerhardt-Schule in Holzwickede schnuppern die Kinder zunächst an verschiedenen Weckgläsern und bestimmen die Kräuter: Lavendel, Zitronenmelisse, Thymian und mehr. Dann dürfen sie – die Aufregung ist groß – in echte Imkeranzüge (die gibt es sogar in Kindergröße) mit charakteristischem Imkerhut schlüpfen und an die Bienenstöcke der Wild- und Honigbienen ran. Magnus Krämer ist ein großartiger Lehrer, der die Kinder behutsam, aber auch mit deutlichen Worten in das rege Treiben in einem Bienenstock einführt. So geht es auch auf die Wiese direkt hinter dem Emscherquellhof.

Zwei überdimensionale Bienenhotels

Dort steht für die Dauer der Ausstellung Emscherkunst 2016 die Installation „The Insect Societies (part 1)“ des Schweden Henrik Håkansson: zwei weißlackierte, je knapp 4 Meter hohe Kubenstrukturen aus Stahl, in denen Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten in eigens dafür gebauten Nistkästen ein neues Zuhause gefunden haben. Extra angepflanzt wurde auch die umgebende Blumenwiese mit über 50 verschiedenen heimischen Blumen- und Pflanzenarten wie Ackerhundskamille, Klatschmohn oder wilde Malve. Sie werden den Sommer über den Insekten ausreichend Nahrung bieten. Der Künstler Håkansson verweist mit seinen überdimensionalen Bienenhäusern auf die weltweite Bedrohung des Aussterbens dieser Insektenarten und setzt die Vision für eine ökologische Zukunft im Neuen Emschertal dagegen.

„Die Verbindung des Menschen mit der Natur und seiner Umwelt sichtbar machen“ (Henrik Håkansson)

Seine Installation ist der eigentliche Auslöser für das Bienenfest am vergangenen Sonntag, zu dem den Nachmittag über etwa 250 Besucher gekommen sind: Sie lassen sich durch Lisa-Maria Weber vom Ausstellungsbüro Emscherkunst und der „Bienenfachfrau“ Rita Breker-Kremer alles rund um diese nachhaltige Arbeit erläutern. Dazu zeigen die Imkervereine aus Dortmund-Kurl, Castrop-Rauxel und Dinslaken an ihren Infoständen Wissenswertes rund um Apis mellifera (westliche Honigbiene): Wie riecht es in einem Bienenstock (süß nach Honig), wie ist die Arbeitsteilung im Volk und warum sind Bienen so absolut unverzichtbar für Gleichgewicht der Natur und uns Menschen? Natürlich nicht nur wegen des leckeren Produktes Honig, sondern vor allem als Bestäuber von Obstbäumen und weiteren Pflanzen und den daraus folgenden Erhalt der Ökosysteme und der Landwirtschaft!

Letzten Endes ist das genau die Verbindung zwischen Bienenfest, Emscherkunst und dem Generationenprojekt Emscher-Umbau: Wie nachhaltig leben wir in und mit unserer Natur, wie geben wir die Wertschätzung für die Umwelt an die nächsten Generationen weiter? Die Frage bleibt daher, frei nach Shakespeare: to bee or not to bee …

 

 

 

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