Wenn ein Pumpwerk richtig in Fahrt kommt
Ein Pumpwerk zu besichtigen, ist eine spannende Sache. In Bergsenkungsgebieten fördern riesige Maschinen große Wassermassen.
Neulich habe ich mir in Hamm das Pumpwerk Pelkumer Bach des Lippeverbandes angeschaut. Es liegt mitten im Wald im Stadtteil Sandbochum an der Grenze zu Bergkamen. Durch den Bergbau sind hier große Flächen abgesunken und müssen künstlich entwässert werden. Darum steht das Pumpwerk an dieser Stelle. Es pumpt das Wasser aus dem Pelkumer Bach, dem Heidebach und dem Selbach, die sich an dieser Stelle zum Beverbach vereinigen, aus dem Senkungstiefpunkt heraus Richtung Bergkamen. Ohne Pumpwerk würde der Beverbach an dieser Stelle praktisch rückwärts fließen, das Wasser bliebe in der Senke stehen.
Von außen sieht das Pumpwerk nach gar nichts aus: Ein kleines, mit Fliesen verkleidetes Gebäude an einem künstlichen See. Interessant wird es erst, wenn man hineinschaut: 12 Meter unter der Erde stehen riesige Pumpen, die an Rohrleitungen angeschlossen sind. Die größten von Ihnen können über 1000 Liter Wasser pro Sekunde wegschaffen. Weil es am Vortag viel geregnet hat, ist das Hochwasserrückhaltebecken – um ein solches handelt es sich bei dem See – anfangs gut gefüllt. Als alle Pumpen laufen, fördern sie zusammen 4000 Liter pro Sekunde und ziehen bald den See leer, es geht so schnell, dass man regelrecht sieht, wie der Wasserspiegel sinkt.
Wirklich spannend wird es, als wir zu der Stelle gehen, wo die großen Rohrleitungen in den Beverbach münden. Ab hier fließt das Wasser wieder in freiem Gefälle Richtung Lippe. Als wir den Beverbach erreichen – er „entspringt“ hier sozusagen aus den Rohren, kommt nur wenig Wasser aus der kleineren der beiden Leitungen. Entsprechend träge fließt der Bach dahin. Auf einmal fängt es an zu brodeln und ein Schwall Wasser schießt aus der großen Leitung. Jetzt sind offenbar im Pumpwerk die Hochwassermaschinen angelaufen. Augenblicke später ist der ganze Bach ein tosendes Inferno, das Wasser sprudelt und brodelt – jetzt bloß nicht ins Wasser fallen! Wie gut, dass der Bach hier mit schweren Steinen eingefasst ist, sondern gäbe es eine Überschwemmung im Wald.