Auf den Spuren des renaturierten Hahnenbachs

Auf den Spuren des renaturierten Hahnenbachs

Der 2,5 Kilometer lange Hahnenbach wurde kürzlich eingeweiht.

Nach genau einem Monat, in dem ich nun zum Team der Emschergenossenschaft gehöre, ging es für mich in der vergangenen Woche auf den ersten größeren Pressetermin – die Einweihung des renaturierten Hahnenbachs.

Vor Ort konnte ich mir ein genaues Bild des kleinen Flüsschens machen: das „Blaue Klassenzimmer“, ein neues kunterbunt bemaltes Pumpwerk, Hahn-Figuren und ein weitläufiges Gewässer ließen mich zugegebener Maßen staunen. Einzig die 160 Meter lange Spundwandstrecke vor dem Pumpwerk erinnert noch an die Zeit der Industrialisierung und des Bergbaus und lassen mich ahnen, wie der Hahnenbach noch 2009, also vor unseren Baumaßnahmen, ausgesehen haben mag. Ein guter Grund, einen Blick zurückzuwerfen und so mache ich mich auf die Spuren des renaturierten Hahnenbachs.

Auf 160 Metern wurde der Spundwandkanal beibehalten Foto: Gabi Lyko/EGLV

Der Spundwandkanal musste auf 160 Metern beibehalten werden. Foto: Gabi Lyko/EGLV

Unser Hahnenbach – ein Mitmach-Fluss
Bei meiner Recherche wurde mir eines ganz schnell klar: Der Hahnenbach ist ein ganz besonderes Projekt. Denn das sich auf 2,5 Kilometer durch Gladbeck schlängelnde Gewässer ist nicht nur seit rund neun Jahren abwasserfrei und seit Kurzem vollständig renaturiert, nein, der Hahnenbach ist ein Mitmach-Fluss. Im Zuge der Renaturierung haben wir ganz eng mit der Bevölkerung zusammengearbeitet. „Gemeinsam für das Neue Emschertal“ ist hier das Stichwort – eine Kooperation zwischen uns und dem NRW-Städtebauministerium. Ziel ist es, nachhaltige Maßnahmen zu schaffen, die neben dem wasserwirtschaftlichen Umbau auch einen städtebaulichen Mehrwert für Menschen in der Region bieten. Gefördert wird dies zu 80 Prozent durch das Städtebauministerium.

Macht man nun also einen Spaziergang entlang des Hahnenbachs, fällt einem beispielsweise sofort das Pumpwerk ins Auge. Bunt bemalt ist es nicht nur schön anzusehen, sondern es hebt das sechs Meter tiefer gelegene Gewässer, um es in die neu modellierte Trasse fließen zu lassen. Das Pumpwerk reiht sich in weitere Stationen des neuen Wassererlebnispfads  „Unser Hahnenbach“  ein. Dabei erfreut sich gerade das „Blaue Klassenzimmer“ großer Beliebtheit und ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Das Pumpwerk: Gestaltet nach Ideen aus der Bevölkerung Foto: Kirsten Neumann/EGLV

Das Pumpwerk: Gestaltet nach Ideen aus der Bevölkerung. Foto: Kirsten Neumann/EGLV

Generationenprojekt Emscher-Umbau
Aber alles auf Anfang. Über 80 Jahre lang diente der Hahnenbach als offene Abwasserleitung, was der Umwelt enorme Schäden zufügte. Durch saures Wasser aus dem Bergbau, Exkremente und sonstige Abwässer eilte dem Flüsschen der Ruf der allseits bekannten „Köttelbecke“ voraus.  Im Zuge des Generationenprojekts Emscher-Umbau haben wir den Hahnenbach dann 2009 vom Abwasser befreit. Ein neues Abwassersystem wurde geschaffen.

Vor dem Emscher-Umbau floss der Hahnenbach noch schnurrgerade durch die Landschaft. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Vor dem Emscher-Umbau floss der Hahnenbach noch schnurrgerade durch die Landschaft. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Flora und Fauna kehren zurück
Nach der Befreiung vom Abwasser ging es schließlich darum, den Hahnenbach zu renaturieren. Aufgeteilt auf zwei Bauabschnitte haben wir das Gewässer in den Folgejahren von seinem Betonkorsett befreit, das Gewässerprofil aufgeweitet und zwei neue Gewässerdurchlässe erbaut. Passend zum Beginn der Vegetationszeit kehren nun überall Flora und Fauna wieder zurück. 4,7 Millionen Euro haben wir für die Renaturierung, die damit einhergehende neue Mündung in die Boye und das Pumpwerk in die Hand genommen.

Der Hahnenbach erhielt eine neue Mündung in die Boye Foto: Kirsten Neumann/EGLV

Der Hahnenbach erhielt eine neue Mündung in die Boye. Foto: Kirsten Neumann/EGLV

Für mich ist der Hahnenbach ein absoluter Freizeittipp und so wird mein Besuch dort auf keinen Fall der Letzte gewesen sein.

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