Bundesumweltministerin Hendricks besichtigt Emscher-Umbau

Bundesumweltministerin Hendricks besichtigt Emscher-Umbau

In der vergangenen Woche hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Rahmen ihrer Sommertour Station „anner Emscher“ gemacht.

Mit dabei waren zahlreiche Hauptstadtjournalisten aus Berlin, die die Ministerin auf ihrer Reise begleiteten. Dazu gesellten sich noch die lokalen Medien, die umfassend über den prominenten Besuch berichteten. Zu sehen bekamen sie eine Menge: eine zu einem Bürgerpark umfunktionierte Kläranlage; Kanalröhren, in denen man übernachten kann; eine rund 20 Meter tiefe Baugrube direkt neben der Emscher; einen „tanzenden“ Strommast; eine sich elegant über den Rhein-Herne-Kanal schwingende und begehbare Brücken-Skulptur sowie die Baustelle der neuen Emschermündung, die sich von einer begradigten Flusstrasse (heute) in eine idyllische Auenlandschaft (zukünftig) verwandeln wird. Und am Ende gab es auch noch eine besondere Auszeichnung für Emschergenossenschaft, Emscher-Umbau und Emscherkunst.

Der Zauberlehrling

Der Zauberlehrling

Aber der Reihe nach: Der Besuch der Bundesumweltministerin bei der Emschergenossenschaft begann in Bottrop auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage Bernemündung. Das Klärwerk wurde 1997 stillgelegt und verweilte danach im Dornröschenschlaf. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde das Areal von der Emschergenossenschaft wachgeküsst und in einen öffentlich zugänglichen Bürgerpark umgebaut. Besonders gut kamen sowohl bei der Ministerin als auch bei den mitreisenden Journalisten die fünf Kanalrohre an, in denen man tatsächlich auch übernachten kann – eine Idee des österreichischen Künstlers Andreas Strauss, die von der Emschergenossenschaft im Zuge des Umbaus umgesetzt wurde.

Der BernePark ist ein hervorragendes Beispiel für den gelungenen Strukturwandel in der Region, den der Emscher-Umbau mit sich bringt. Dieses größte Infrastrukturprojekt der Region wird dabei natürlich symbolisch durch die „Parkhotel“-Rohrelemente abgebildet, denn im Rahmen der Emscher-Umgestaltung verlegt die Emschergenossenschaft rund 400 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen. Wie solch eine Kanalbaustelle aussieht, haben wir uns gemeinsam mit der Ministerin am gegenüberliegenden Emscherufer angeschaut: Von der Schachtbaustelle südlich der A42-Auffahrt Bottrop-Süd startet im September 2014 der Bau des Abwasserkanals Emscher in Richtung Oberhausen-Holten.

BernePark

BernePark

Nach Oberhausen ging es am vergangenen Freitag auch mit der Ministerin – und zwar auf dem Fahrrad. Bei gutem Wetter schwang sich der Trupp auf den Drahtesel und machte sich zunächst auf zum Haus Ripshorst in Oberhausen. Dort bestaunten die Besucher eines der Highlights der Emscherkunst.2013: der „Zauberlehrling“ der Künstlergruppe Inges Idee – ein geschwungener Strommast, der nicht nur sprichwörtlich aus der Reihe „tanzt“!

Das Highlight der ersten Emscherkunst-Ausstellung im Jahr 2010 bildete die nächste Station der ministerialen Radtour: das Spiralen-Brückenkunstwerk „Slinky Springs to Fame“, das die Emschergenossenschaft nach einem Entwurf des bekannten Frankfurter Künstlers Tobias Rehberger gebaut hat.

Slinky Springs To Fame

Slinky Springs To Fame

Die Emscherkunst begleitet als Triennale den Emscher-Umbau. Rund 200.000 Menschen besuchten vor vier Jahren die erste Emscherkunst-Ausstellung, im vergangenen Jahr waren es sogar mehr als 250.000 Gäste. Diesen Erfolg würdigte auch die Bundesumweltministerin: Barbara Hendricks zeichnete gemeinsam mit Prof. Christoph Wulf von der Deutschen Sektion der Unesco den Emscher-Umbau und die Emscherkunst als Dekadenprojekt der Vereinten Nationen (UN) aus. Als UN-Dekadeprojekte werden Maßnahmen ausgezeichnet, die auf vorbildliche Art die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ voranbringen. Eine große Ehre für die Emschergenossenschaft, für die stellvertretend unser Vorstandsvorsitzender Dr. Jochen Stemplewski die Urkunde entgegen nahm.

Die Übergabe der Urkunde erfolgte übrigens in Dinslaken direkt an der Emschermündung in den Rhein. Dort läuft aktuell bereits der Aushub der künftigen Emscher-Aue, denn im Rahmen der ökologischen Verbesserung der Emscher wird die Mündung um 500 Meter nach Norden verlegt, damit Fluss, Flora und Fauna ausreichend Platz zur Entfaltung haben. Über diese Baumaßnahme freute sich besonders der 1. Stellvertretende Bürgermeister der Stadt Dinslaken: „Der Emscher-Umbau ist gut für das Image unserer Stadt, denn überregional ist Dinslaken derzeit nur für Salafisten und Michael Wendler bekannt.“

Fotos: Roman Mensing/EMSCHERKUNST
Titelfoto: Diethelm Wulfert

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