Die letzten Köttelbecken von Dortmund

Die letzten Köttelbecken von Dortmund

Kirchderner Graben, Körne-Oberlauf und Rüschebrinkgraben fließen durch den Dortmunder Norden – schnurgerade, in Beton, aber mittlerweile frei von Abwasser.
Heute schaue ich mir die offenen Gerinne einmal an: An der Straße „Am Bellwinkelhof“ führt eine Brücke über den Kirchderner Graben, und wenn man von der Straßenbrücke aus auf den Bach hinunter schaut, sieht alles auf den ersten Blick aus wie eh und je: Betonplatten, steile Ufer, Zäune. Aber tatsächlich, da riecht nichts mehr! Das Wasser, das dort jetzt fließt, muss aus den Quellen stammen, die immer noch existieren, aber auch aus Grundwasser – und geregnet hat es heute auch schon.

Am Oberlauf der Körne, die zwischen der Bahnlinie Dortmund-Hamm und einem geschotterten Radweg ein Schattendasein führt, sieht es ähnlich aus, nur dass dieser Bach noch tiefer ins Gelände eingeschnitten ist. Sauberes Wasser, aber kaum „Natur“. Das wollen wir vom Lippeverband jetzt ändern: Bis Ende 2015 wurden überall geschlossene Kanäle unter die Erde verlegt. Jetzt kommt der Abschluss: Körne und Co. werden umgestaltet. Am Körne-Oberlauf und am Rüschebrinkgraben geht es noch in diesem Monat los.

 

 

Der Kirchderner Graben unter der Straße „Am Bellwinkelhof“ – aus diesem Bach könnte man mehr machen.

 

Auch der Oberlauf der Körne ist wie mit dem Lineal gezogen.

 

Zum Hintergrund: Nicht nur die Zuläufe der Emscher heißen im Volksmund "Köttelbecke". Auch die Abwasserbäche, die in Dortmund  über die Körne in die Seseke und damit am Ende in die Lippe münden, werden so genannt. Seit der Industrialisierung floss hier schmutziges Wasser offen durch die Stadt, seit den 1930er Jahren sind die Bäche begradigt und in Betonschalen gezwängt. Seit Ende 2015 ist das Wasser immerhin sauber: Der Lippeverband konnte Abwasserkanäle bauen, die vor 80 Jahren wegen der ständigen Bergsenkungen noch nicht möglich waren. Das Abwasser von 67.000 Dortmunder Einwohnern fließt jetzt unterirdisch zur großen Lippeverbands-Kläranlage in Scharnhorst.

Fotos: Michael Steinbach/LV
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