Hier kriegt die Boye die Kurve!

Hier kriegt die Boye die Kurve!

Nordverlegung des Flusses zwischen Gladbeck und Bottrop…

Parallel zur Straße "Im Gewerbepark" in Bottrop fließt die Boye aktuell noch schnurgerade innerhalb ihrer begradigten Trasse. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Parallel zur Straße „Im Gewerbepark“ in Bottrop fließt die Boye aktuell noch schnurgerade innerhalb ihrer begradigten Trasse. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Die Boye – sie gilt als der Grenzfluss zwischen den Emscherstädten Bottrop und Gladbeck. Schnurgerade fließt sie durch die Pampa. Kein Wunder, war sie doch über Jahrzehnte infolge der Industrialisierung als Kanal, Kloake, Köttelbecke missbraucht worden. Als offener Schmutzwasserlauf, dessen einzige Funktion die schnelle Entsorgung des Abwassers der Region war. Doch dieses Kapitel gehört nun der Vergangenheit an, aktuell schreiben wir an einer neuen Geschichte für den geschundenen Fluss: Im Zuge unseres Generationenprojekts Emscher-Umbau haben wir die Boye im vergangenen Jahr bereits vom Abwasser befreit, nun geht es an die ökologische Verbesserung. Und hierbei verlässt die einstige Köttelbecke ihr Betonkorsett und kriegt nicht nur sprichwörtlich die Kurve…

Im Rahmen der ersten Stufe der Renaturierung der Boye erhält der Fluss wieder einen mehr geschwungenen Verlauf. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Im Rahmen der ersten Stufe der Renaturierung der Boye erhält der Fluss wieder einen mehr geschwungenen Verlauf. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Im sogenannten Pelkumer Feld unmittelbar westlich der B 224 haben wir den Platz, um der Boye mehr Raum zu verschaffen. Hier verlegen wir sie nach Norden – der bisherige Grenzfluss fließt künftig auf knapp einem Kilometer auf Gladbecker Stadtgebiet. Die Modellierung der neuen Trasse ist mittlerweile so gut wie abgeschlossen. Für die Maßnahme, die wir im Oktober 2016 begonnen haben, wurden knapp 50.000 m³ Boden ausgehoben und abgefahren. Kampfmittelsondierungen haben uns dabei das Leben etwas schwer gemacht. Zeitweise musste die Baustelle fünf Monate lang ruhen, da das gesamte Areal mit einer Oberflächendetektion auf Kampfmittel untersucht werden musste. Aus gutem Grund: Es wurden schließlich gleich zwei 5-Zentner-Bomben gefunden…!

Von oben bereits gut zu sehen: die neue kurvenreiche Trasse der Boye. Rechts daneben fließt die bereits abwasserfreie, aber noch begradigte Boye. Luftfoto: Jörg Saborowski/EGLV

Von oben bereits gut zu sehen: die neue kurvenreiche Trasse der Boye. Rechts daneben fließt die bereits abwasserfreie, aber noch begradigte Boye. Luftfoto: Jörg Saborowski/EGLV

Die Modellierung der nach Norden verlegten Trasse bildet nur den ersten Schritt im Zuge der Boye-Renaturierung. Die Anbindung an den Fluss erfolgt, sobald auch der Rest ökologisch umgestaltet wird. Die aktuelle Maßnahme ist bewusst vorgezogen worden, damit die Gewässerböschungen in der Zwischenzeit anwachsen und die neue Trasse stabilisieren können. Wieso? Ganz einfach: Unmittelbar zu Beginn des jüngsten Boye-Streckenabschnitts liegt das Auslaufbauwerk eines unterirdischen Stauraumkanals. Das bedeutet: Nach starken Regenfällen kann es in diesem Bereich zu einem schwallartigen Abschlag in die Boye kommen. Damit das neu geformte Gewässer keinen Schaden nimmt, geben wir ihm etwas Zeit zur Stabilisierung…

Die Kurve ist schon da, ansonsten ist die neue Boye noch recht nackig... Das wird sich ändern: In den kommenden Monaten soll die Gewässerböschung anwachsen. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Die Kurve ist schon da, ansonsten ist die neue Boye noch recht nackig… Das wird sich ändern: In den kommenden Monaten soll die Gewässerböschung anwachsen. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

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