Was macht eigentlich Georg Johann?

Was macht eigentlich Georg Johann?

Unsere EGLV-Serie: Gesichter der Verbände

Rund 1600 Kolleginnen und Kollegen arbeiten bei Emschergenossenschaft und Lippeverband. In unserer Serie „Gesichter der Verbände“ stellen wir immer freitags eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter vor. Heute: Georg Johann

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen steigen die Temperaturen wieder. Gleichzeitig vergrößert sich damit die Gefahr von Gewitter und Starkregen. Vor fast genau zehn Jahren, am 26. Juli 2008, suchte ein gewaltiges Starkregenereignis den Dortmunder Westen heim und traf besonders den Stadtteil Marten. Da uns in den vergangenen Tagen zu diesem zehnten Jahrestag verstärkt Anfragen erreichten, stellen wir heute einen Kollegen vor, der sich tagtäglich mit Hochwasserprognosen, Starkregen und den Folgen des Klimawandels beschäftigt.

Georg Johann an seinem Arbeitsplatz in der Essener Hauptverwaltung. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Georg Johann ist Diplom-Hydrologe bei unseren Verbänden. Der 52-Jährige startete direkt nach dem Studium in Freiburg 1995 bei uns zunächst in einem Forschungsprojekt zur Berechnung von Niederschlags-Abflussmodellen aus Radardaten. Heute gehören hydrologische und hydraulische Berechnungen zu seinem Tagesgeschäft: Johann untersucht dabei etwa das Strömungsverhalten von Wasser, um Vorhersagen zu potentiellen Hochwasserereignissen treffen zu können.

Regen gehört zu seinem Tagesgeschäft – der Diplom-Hydrologe auf dem Emscherdamm an der Zweigertbrücke in Essen. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Wie hoch muss ein Deich sein?
Die erhobenen Messdaten fließen in nahezu jeden unserer wasserwirtschaftlichen Aufgabenbereiche ein: Wie hoch müssen die neuen Deiche in Haltern-Lippramsdorf-Marl sein, um ein gewaltiges Hochwasser mit einer zweihundertfünzigjährlichen Wahrscheinlichkeit (HQ250) halten zu können? Wie groß musste das Hochwasserrückhaltebecken in Dortmund-Mengede dimensioniert werden, um nach einem Starkregen die Emscher schadlos durch unterhalb liegende Städte wie Castrop-Rauxel fließen zu lassen? Aber auch: Wie verändern künftig renaturierte Bachläufe des Emscher-Systems ihr Fließverhalten aufgrund naturnaher Umgestaltungen? Spannende und zentrale Fragen für unsere Aufgaben im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Hochwasserrisikomanagements.

Die Vogelperspektive zeigt die gewaltigen Ausmaße des Hochwasserrückhaltebeckens auf der Stadtgrenze Dortmund-Mengede/Castrop-Rauxel-Ickern. Es fasst 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser – das entspricht dem Inhalt von sieben Millionen Badewannen! Foto aus dem Jahr 2013: Hans Blossey/EGLV

Herausforderung Klimawandel
Die durch den Klimawandel getriebene Zunahme von 3­–4 auf bis zu 6 Starkregenereignisse pro Jahr treffen auch die Emscher-Lippe-Region, wie Extremniederschläge vergangener Jahre zeigen. Die Ergebnisse des von Johann mitentwickelten Forschungsprojektes „Stark gegen Starkregen“ in der Modellstadt Unna flossen in den Starkregenleitfaden des Landes NRW für alle Kommunen ein. Der in Köln lebende „Wassermann“ ist aber nicht nur unser Vertreter in vielen nationalen und internationalen Fachgruppen. Seit 2016 ist er auch Geschäftsführer des HochwasserKompetenzCentrums Köln (HKC), nachdem er dort während seiner langjährigen Beiratstätigkeit u. a. für die Entwicklung des Hochwasser-Passes verantwortlich war. Dieser soll die Eigenvorsorge der Bürger vor Überflutungsgefahren stärken.

Der bekennende Comic-Helden-Fan – seine Freunde schenkten ihm passenderweise die Figur „Aquaman“ – kann auch privat nicht vom Wasser lassen: Im Urlaub in vorzugsweise sonnigen Ländern genießt Georg Johann beim Tauchen und Schwimmen, wie in dem französischen Fluss Herault, die Strömungen des Gewässers … ganz nach dem Motto „Alles fließt“!

 

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