Mammut-Projekt HaLiMa – was war, was kommt …

Mammut-Projekt HaLiMa – was war, was kommt …

Blick zurück auf die letzten Jahre und Ausblick auf Baumaßnahmen 2019

Übersichtsgrafik HaLiMa

Übersichtsgrafik HaLiMa. Grün: die neuen Deiche

Die Deichrückverlegung HaLiMa in Haltern-Lippramsdorf und Marl ist ein Mammut-Projekt. Auf 5,6 Kilometern Länge erneuert unser Lippeverband seit Juli 2016 die Hochwasserschutzdeiche. Die bestehenden Deiche am Nord- und Südufer der Lippe werden durch neue, zurückverlegte Dämme ersetzt. Die neuen Deiche werden ebenfalls bis zu 14 Meter hoch sein, aber sanfter ansteigen als die alten. Zudem gewinnt die Lippe eine Auenfläche von rund 60 Hektar. Im Bereich HaLiMa wird der Fluss nach Abschluss der Bauarbeiten wesentlich flacher und breiter sein als heute.

Schiffsanlieferungen haben rund 40.000 LKW-Transporte gespart

Seit 2016 ist viel passiert. Täglich überzeugen sich Anlieger, Radfahrer und Spaziergänger vom Baufortschritt. Es wurden in den letzten Monaten unglaubliche Mengen an Bodenmaterial bewegt, dabei kamen die meisten Anlieferungen per Schiff über den Kanal. Somit konnten bis heute 40.000 LKW-Transporte gespart werden. Legen die Schiffe an, schaufeln Bagger das Material auf LKW, die es dann über das Baufeld zur „Einsatzstelle“ bringen.

Nicht kleckern, sondern klotzen

Beim Deichbau Nord I (Haltern) werden bis Ende 2019 rund 870.000 Kubikmeter (m³) Hauptbodenmasse eingebracht. Davon verbaut der Lippeverband den überwiegenden Teil als Stützkörper. Beim Deichbau Süd II (Marl) verbaut unser Lippeverband bis Ende 2019 550.000 m³ Hauptbodenmasse. Ca. 950.000 m³ Bodenmaterial wurden bisher eingebaut, aktuell kommen täglich bis zu 4.000 m³ an.

Pumpwerk Meinken geht in den 24-Stunden-Probebetrieb

Luftaufnahme Pumpwerk-Meinken. Foto: EGLV / Vermessung

Luftbild Pumpwerk-Meinken. Foto: EGLV / Vermessung

Doch wir bewegen nicht nur Deiche. Wir bauen auch Pumpwerke. In dieser Woche geht das neue Pumpwerk Meinken nach der Testphase in den 24-Stunden-Probebetrieb. Es leitet zukünftig das Wasser über den Vorlageteich in die Lippe. Im November 2017 ist mit den Bauarbeiten begonnen worden.

Was passiert die nächsten Monate auf der HaLiMa-Baustelle?

Aufbau der Stützen der Bandbrücke. Foto: EGLV / Rupert Oberhäuser

Aufbau der Stützen der Bandbrücke. Foto: EGLV / Rupert Oberhäuser

Die Baumaßnahme im Süden zwischen dem Sickingmühlenbach und dem Oelder Weg ist zu 99 Prozent fertig gestellt und wird im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein.

Auch unsere Bandförderanlage über die Lippe kann jetzt in Betrieb gehen. Um das Material, das an der Süd-Seite angekommen ist und dort gelagert wird, ohne LKW-Transporte über die Lippe zu bringen, haben wir eine Bandförderbrücke gebaut. Zwischen Haltern und Marl wird ab Ende Februar das Band laufen, mit dem das Bodenmaterial über die Lippe transportiert wird. Der Deichbau Nord I mit Anschlüssen an den Bestandsdeich beginnt dann ab März 2019 und soll Ende 2019 fertig gestellt sein.

Umleitung des Deichkronenwegs

Da in 2019 die Deichanschlüsse im Norden hergestellt werden, muss der Deichkronenweg zwischen der Lippramsdorfer Straße und dem Oelder Weg voraussichtlich ab März bis zum Ende des Jahres gesperrt werden. Das betrifft die Römer-Lippe-Route. Doch keine Sorge, eine Umleitung wird entsprechend ausgeschildert.

Außerdem geht es Ende 2019 mit dem Bau des Pumpwerks Bonenkamp in Marl los. Mit dem Baubeginn im Abschnitt Nord II kann ab dem zweiten Quartal 2020 gerechnet werden.

Vögel im Fokus

Übrigens: Auch während der Bauphase steht der Artenschutz im Fokus. Auf extra ausgewiesenen Schonflächen sollen sich Vögel zur Brutzeit ein sicheres Plätzchen suchen können. Bewuchs auf allen anderen Bereichen wird konsequent niedrig gehalten, damit sich nicht doch ein Pärchen dort heimisch fühlt. Mit Erfolg: Im letzten Jahr konnten wir zirka vier Kiebitz-Pärchen erspähen, die in den Schonbereichen eine Familie gegründet haben. Um diese hohen Standards einzuhalten, ist eine Fachfirma täglich auf der Baustelle vor Ort, um die verschiedenen Vogel- und Tierarten im Blick zu behalten.

Eine Übersicht vom Stand der Dinge aus Dezember 2018 gibt dieses Video. Die Gesamtmaßnahme wird etwa siebeneinhalb Jahre Bauzeit umfassen, die Finanzierung erfolgt durch das Land NRW und die RAG AG.

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